Er bedrohte offenbar seine eigene Familie: Polizei erschießt Mann

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Blumenschmuck muss weg: Darauf weist die Gemeinde mit Schildern an den Urnenwänden auf Gautings Friedhof bereits hin. 

Friedhof Gauting

Lauter Protest am Ort der Stille

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Gauting - In Gauting gibt es eine neue Friedhofssatzung, die Blumenschmuck an Urnennischen verbietet. Das finden einige Bürger pietätlos.

Es ist ein Ort des stillen Gedenkens. In diesen Tagen wird es an den Urnenwänden am Gautinger Friedhof allerdings etwas lauter. Grund: Bürger beschweren sich über ein Schreiben der Gemeinde, das nicht wenige für „pietätlos“ halten. Christine Tuschinsky jedenfalls ist richtig sauer. „Ich finde das unmenschlich und kann es gar nicht fassen.“ Die 62-jährige Hamburgerin ist nur selten in Gauting, um sich an der Urnenwand auf dem dortigen Friedhof an ihre verstorbene Mutter zu erinnern. Gelegentlich bringt sie duftende Blumen mit und legt diese nieder. Damit soll bald Schluss sein.

Zumindest flatterte vor einigen Wochen auch in Hamburg ein Schreiben der Gemeinde Gauting ein, in dem steht, dass es eine neue Friedhofsatzung gebe. Will heißen: Blumen und jegliche Dekoration sind künftig verboten. Ausnahme: Bis vier Wochen nach Beisetzung darf eine Platte geschmückt sein, anschließend muss die Deko weg. „Menschen, die Gräber besuchen, gleichgültig ob sie weit entfernt vom Friedhof leben wie wir oder nicht, haben das Bedürfnis, Zeichen der Erinnerung und der Nähe zum Grab zu bringen. Welche das sind, unterscheidet sich in verschiedenen Religionen, in der christlichen Trauerkultur sind Blumen nicht wegzudenken“, sagt Christine Tuschinsky. Es sei unerhört, das verbieten zu wollen. Und wie die Gemeinde da vorgehe, beispielsweise mit Gebühren zu drohen, falls die Beseitigung bis 25. April nicht geschehe, sei unverschämt. Das sehen auch einige Gautinger Bürger so, die gestern Vormittag hübsch und liebevoll ihre Urnennischen schmückten.

In der Gemeindeverwaltung ist man sich wegen der umstrittenen Formulierung des Briefes an die betroffenen Haushalte bewusst. „Das ist etwas unglücklich gelaufen, man hätte das bürgerfreundlicher schreiben können“, sagt Bürgermeisterin Brigitte Kössinger. Allerdings stehe die Verwaltung zwischen den Stühlen und werde die neue Satzung durchsetzen. „Es gibt halt auch Beschwerden anderer Angehöriger, die den Zustand der Urnenwände beklagen“, so Rathaussprecherin Charlotte Rieboldt. 300 000 Euro habe Gauting zuletzt in die Hand nehmen müssen, um die Nischen zu sanieren. Rieboldt: „Dort stehen oder stecken teilweise monatelang Weihnachtssterne, Gartenzwerge, Kerzen und andere Dinge.“ Die neue Regelung gebe es nicht nur in Gauting, auch andere Gemeinden in Oberbayern verbieten Schmuck und Deko an Urnen. Christine Tuschinsky wird ihre nicht entfernen. „Jetzt fehlt noch, dass per Videoüberwachung ermittelt wird, wer sich dran hält und wer nicht.“

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