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Eine Feier für das neue Kinderhaus: An der Postwiese wird die Inklusion groß geschrieben. 80 Kinder mit und ohne Handicap spielen gemeinsam. Am Freitag war offizielle Einweihungsfeier. 

Einweihung

Kinderhaus mit dreifachem Segen

Gauting -  Die Lebenshilfe hat in Gauting ihr neues Kinderhaus gefeiert. Inklusion wird dort seit Herbst großgeschrieben. 

 „Alle in einem Boot!“: An der Bühne des Festzelts leuchtete in großen Lettern das Motto des neu eröffneten Kinderhauses der Lebenshilfe an der Gautinger Postwiese. 80 Mädchen und Buben vom Krippen- bis zum Grundschulalter werden seit Herbst dort betreut.

In der Gautinger Einrichtung wachsen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam auf, freute sich Edith Dieterle, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Starnberg. Helle, von den Erzieherinnen liebevoll gestaltete Krippen-, Therapie-, Wasch- und Wickelräume gibt es für die kleinen „Seepferdchen“ und „Seesterne“ sowie die größeren „Goldfische“ und „Delfine“ im aufwändig umgerüsteten ehemaligen Schulcontainer mit Lift.

Der Regen draußen tat der guten Stimmung im Festzelt keinen Abbruch: Mit roten Herzluftballons und nationalen Fähnchen, auch dem türkischen Halbmond, zogen die Kleinen mit ihren Erzieherinnen ein. „Einfach Spitze, dass Du da bist!“, sang der große Kinder-Chor. Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger hieß die Kinder mit ihren Familien willkommen. „Heute bringe ich Euch den Schlüssel für Eure Unterwasserwelt mit.“ Für den Herbst kündigte sie eine zweite Hortgruppe an. Kössinger dankte dem Team um Kinderhaus-Leiterin Ilse Hoffmann und den Eltern für ihr Vertrauen. „Das heilpädagogische Konzept der gelebten Inklusion ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde.“ Für die gerade fertiggestellten Außenanlagen mit Klettergerüst und meerblauem Holzspielhaus übergab die Rathauschefin den Kleinen ein Apfelbäumchen: „Ich hoffe, dass Ihr aus den Blüten bald viele, viele Früchte erntet.“

Die eigens angereisten 48 „Elisabeth-Singers“ von der Aichacher Lebenshilfe-Schule begeisterten mit Musicalszenen. „Das, was wir gerade gehört haben, ist ein lebendiger Beweis, was Inklusion in einem Förderschulsystem bewirken kann“, erklärte Kinderhaus-Leiterin Hoffmann. Mit ihren Mitarbeiterinnen aus sechs Nationen betreue sie momentan 80 Kinder aus 22 verschiedenen Nationen. Zehn der Mädchen und Buben haben Handicaps – Entwicklungsstörungen, Lernbehinderung oder Gehörlosigkeit – und werden gezielt gefördert. Viele Eltern hätten ganz bewusst das „inklusive Konzept der Zukunft“ für ihr Kind gesucht, freute sich die Sozialpädagogin und Familientherapeutin. „Es soll lernen, dass es normal ist, verschieden zu sein.“

Was das heißt, zeigte sich beim ökumenischen Segen: Der katholische Pfarrer Otto Gäng und seine evangelische Kollegin Johanna Graeff segneten das Kinderhaus gemeinsam mit Dilek Dögan, der Beauftragten für interreligiösen Dialog aus der nahen Moschee Pasing. cc

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