Alles genau im Blick: Auch Markus Blacek ist Experte und half den Kindern an der Herrschinger Uferpromenade bei der Einstellung der Spektive. Fotos: Jaksch

Lehrpfad rund um den Ammersee

  • VonAndrea Gräpel
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Herrsching - Bis zum Sommer dieses Jahres sollen 20 Tafeln auf die Besonderheiten rund um den Ammersee aufmerksam machen. Dazu wird es eine Homepage geben, an der besonders Schüler ihre helle Freude haben.

Markus Blacek wird der Ideen nicht müde. Der Forstwirt ist Inhaber der Mobilen Umweltschule in Fischen, mit der er seit Jahren rund um den Ammersee Kinder an die Natur heranführt. Sein jüngstes Baby, für das ihn die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald engagierte: „Ammerseepfade“. Ergebnis soll ein innovativer Naturlehrpfad sein. „Der Gedanke kam schon 2006 auf“, erzählt Blacek. Damals waren bei einem LEADER-Workshop Betreuer des Bodenseepfades. „Da dachten wir uns, das könnten wir auch machen.“ Als vor zwei Jahren zudem ein Fördertopf für Projekte dieser Art geöffnet wurde, wurde aus der Idee ein Konzept. Mit finanzieller Beteiligung von Gemeinden und Verbänden werden schon im Sommer 20 Tafeln rund um den Ammersee führen, die auf Besonderheiten der Natur aufmerksam machen. Parallel dazu entsteht eine Homepage mit Film- und Textbeiträgen.

Zwei dieser Beiträge liefern die vierten Klassen der Carl-Orff-Volksschule Andechs. „Ein Riesenspaß. Das macht man nicht alle Tage“, freuten sich Schulleiterin Barbara Pfaffinger und Lehrerin Valentina Kaiser. „Das passt wunderbar in unser europäisches Comenius-Projekt.“ Die Andechser Schule ist Partnerschule.

Die Andechser Kinder haben sich des Themas Wasservögel angenommen. Begleitet von den Medienpädagoginnen Ulrike Kreutzer und Nina Munker haben sich die Kinder für einen Tag fachkundige Interviewpartner an das Seeufer geholt: Ramsargebietsbetreuer Christian Niederbichler und Franz Wimmer, Geschäftsführer der Kreisgeschäftsstelle des Landesbundes für Vogelschutz. Die Schüler hatten viele Fragen. Etwa diese: Warum friert die Ente mit ihren Füßen nicht auf dem Eis fest? Und natürlich diese: Wo kommen die Vögel her? Damit war die Verbindung zu dem europäischen Schulprojekt Comenius geschaffen, bei dem die Andechser Schule Partner ist. Denn die Schellente, die gerade auf dem Ammersee weilt, fliegt bald nach Finnland und die Kolbenente nach Spanien. Europäische Verbindungen gibt es auch in der Pflanzenwelt, erklärte Niederbichler den Kindern. Denn das seltene Scheidried, scharfes Schilf genannt, findet sich nicht nur am Ammersee, sondern auch in Spanien und Griechenland.

Die Kinder trugen begeistert alle Informationen zusammen - in Ton und Bild und auf dem Papier. Auf den Tafeln wird dann später auf die Homepage verweisen, wo man diese Beiträge sehen und hören kann. Per Smartphone ist so etwa schnell aufgerufen. „Oder andere sehen sich die Homepage an und machen dann einen Spaziergang am Ammersee“, sagt Blacek. Auch gut. Auf der Internetseite wird sich nicht nur das Interview mit den Ammersee-Experten finden lassen, sondern auch ein Trickfilm. „Sechs bis acht Bilder pro Sekunde braucht man dafür“, sagt Barbara Pfaffinger respektvoll. Sie war ebenso begeistert dabei wie die Kinder und hat viel dazugelernt. Die Kinder hatten schon an den Tagen vor den Videoaufnahmen Bilder gemalt und eine Karte von Europa, über die die Vögel „mit Flügelschlag“, so die Schulleiterin stolz, im Verlauf der jeweiligen Vogelzuglinie bewegt werden. „Das ist richtig spannend“, findet sie. Unterlegt wird der Trickfilm zudem mit Text und Geräuschen, alles sehr professionell.

Blacek, der das Konzept für diesen Lehrpfad entwickelt hat, ist bei diesen Aktionen dabei. Das war er auch mit Niederbichler, als die Schülerinnen der Mädchenrealschule in Dießen ihren Beitrag erarbeiteten: interaktive Module. Die gibt es im Modellformat, sie müssen nur noch realisiert werden. Auch dies sei bis zum Sommer machbar.

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