Standort für Unterkunft

Leichtbauhalle neben Tierheim

Starnberg - Zwei Containeranlagen, eine Leichtbauhalle - mit diesen drei großen Unterkünften wird sich die Stadt Starnberg an der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern beteiligen.

Die Containeranlage zur Unterbringung von Asylbewerbern an der Petersbrunner Straße wird gerade aufgebaut, doch der Landkreis hat bereits zwei neue Standorte für Unterkünfte in Starnberg ins Auge gefasst: Am Sportplatz in Percha soll eine weitere Containeranlage entstehen und am Franziskusweg eine große Leichtbauhalle. Dieser Standort ist neu und im Stadtrat umstritten.

Derzeit werden dem Landkreis pro Woche 53 Asylbewerber zugewiesen. Weiter steigende Zahlen sind laut Bürgermeisterin Eva John nicht ausgeschlossen. Bis zum Jahresende könnten 4400 Personen im Kreis unterzubringen sein. Die Stadt Starnberg müsse bei der Verteilung der Lasten auf alle Landkreiskommunen proportional der Einwohnerzahl 18 Prozent aufnehmen, was bis Jahresende einem Bedarf von mehr als 750 Plätzen entspreche.

Container sind inzwischen kaum noch zu bekommen. Der Landkreis habe ein Konzept mit Leichtbauhallen entwickelt, die innerhalb von vier Monaten aufgebaut werden können. Der Stadtrat war am Montagabend aufgefordert, dem zuzustimmen. Eine Containeranlage für 144 Personen soll neben dem Sportgelände des SC Percha entstehen. Es muss eine Zufahrt abzweigend vom Radweg an der Autobahnauffahrt Percha (Heimathshausener Straße) gebaut werden. Dieser Standort erhielt keine Gegenstimme. Die Petersbrunner Straße (etwa 70 bis 75 Plätze) ist übrigens schon lange bewilligt.

Überraschende Fläche

Anders beim zweiten Standort: Der Landkreis ist Eigentümer der Fläche östlich des Franziskuswegs, zwischen Tierheim und Kleingartenanlage. Dort sollen in einer Leichtbauhalle 120 Personen Platz finden. Dies wurde nur mit 23 gegen acht Stimmen gebilligt. Zu den Gegnern des Projektes gehörte geschlossen die CSU-Fraktion. Ihre Vertreter sehen mehrere Probleme: So warnte Gerd Weger, neben dem Tierheim höre man Tag und Nacht Hundegebell. Als „bessere Lösungen“ brachte er das landkreiseigene Grundstück an der Ecke Zeppelinpromenade/Oßwaldstraße ins Gespräch. Thomas Beigel bereitet es Bauchschmerzen, dass Asylbewerber „geballt“ im Starnberger Norden untergebracht werden sollen. Er rechnet mit insgesamt 370 Personen, sollte auch die Tennishalle im Tennispark noch als Unterkunft in Frage kommen.

Deren Nutzung prüft der Kreis derzeit und will eine Übernahme nicht grundsätzlich ausschließen. Die Bausubstanz muss geprüft werden, erklärte Kreissprecher Stefan Diebl. Und: Der Kreis will mit der Stadt reden.

Wegers Antrag, die Entscheidung über den Franziskusweg zurückzustellen, scheiterte mit acht gegen 23 Stimmen. Ludwig Jägerhuber (CSU) verlangte nachdrücklich Rücksicht auf die Vorgaben des Stadtentwicklungsplans: „Die Sicht vom Biotop westlich der Gautinger Straße (nördlich Hagebau) zum Leutstettener Moos sollte als Grünzug frei bleiben.“ Markus Mooser (WPS) forderte den Bund auf, in seinen Kasernen am Maxhof und in Feldafing Raum zur Verfügung zu stellen.

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