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Pascha, der Problemhund hat nicht nur mehrere Menschen gebissen, sondern auch für Prozesse gesorgt.

Aus dem Gerichtssaal

Letzte Chance für Problem-Dobermann

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Starnberg - Der Streit um den bissigen Dobermann-Mischling „Pascha“ ging in die zweite Runde. Voriges Jahr klagte das Herrchen gegen die Wegnahme des Hundes. Nun klagte das Frauchen gegen Auflagen der Stadt.

Dobermann-Mischling „Pascha“ (14) ist ängstlich und leicht nervös. Als ein Jogger von hinten kommend dicht an ihm vorbeilief, erschrak sich das Tier und biss den Sportler in die Wade. Auch ein anderes Mal ging ein Passant dicht an „Pascha“ vorbei und wurde prompt ins Bein gebissen. Auch zuvor hatte es schon Vorfälle gegeben.

Die Stadt Starnberg griff durch: Sie untersagte dem Starnberger (76), der mit dem Hund Gassi gegangen war, die Hundehaltung und nahm ihm das Tier weg. Außerdem verlangte die Stadt 700 Euro Zwangsgeld, weil „Pascha“ trotz Vorschrift ohne Maulkorb unterwegs war.

Dagegen klagte der Mann im November vorigen Jahres vor dem Verwaltungsgericht München. Er sei gar nicht der Halter, sondern seine Frau, sagte er (wir berichteten). Weil das nichts half, nahm er die Klage zurück. Daraufhin erließ die Stadt einen Bescheid auch gegen seine Frau (76). Diese war damit auch nicht einverstanden – und klagte gestern ebenfalls vor dem Verwaltungsgericht.

10 000 Euro für Hundepension bezahlt

Nachdem der Hund dem Ehemann weggenommen worden war, brachte die Stadt ihn in einer Hunde-Pension unter. Dort sei er total abgemagert und habe sich schon zum Sterben bereit gelegt, erzählte das Frauchen vor Gericht. Dieses holte ihn nach der Verhandlung Ende vorigen Jahres ab, päppelte ihn wieder auf und und mietete eigens eine Ferienwohnung für den Hund. Inzwischen habe sie bereits mehr als 10 000 Euro für die Fremdunterbringung ihres Hundes bezahlt, sagte die Starnbergerin.

„Der Pascha ist halt wirklich ein problematisches Tier, auch wenn er schon alt ist“, sagte der Vorsitzende Richter Hans Haider. Dennoch versuchte er, einen Kompromiss zwischen der Hundehalterin und der Stadt herbeizuführen und ging Punkt für Punkt mit den Parteien durch.

Letzte Bewährungschance für "Pascha"

Die erste Anordnung der Stadt für den bissigen Hund sah vor, dass er außer Haus einen Drahtmaulkorb tragen muss. Man einigte sich jedoch darauf, dass auch ein Maulkorb aus Kunststoff reicht.

Punkt zwei dreht sich um den Garten. Hier darf sich der Hund nur angeleint aufhalten. Es muss sichergestellt sein, dass er den Gemeinschaftsbereich des Gartens und die Nachbargrundstücke nicht erreichen kann. Einen Maulkorb muss er im Garten nun nicht mehr tragen.

Es bleibt aber dabei, dass „Pascha“ in Wohngebieten nur mit Leine und Maulkorb ausgeführt werden darf. Und dass er nur von Leuten ausgeführt werden darf, die dazu geeignet sind. Das heißt auch, dass der Ehemann nicht mehr mit dem Tier Gassi gehen darf.

Schon bei der ersten Verhandlung hatte die 76-Jährige zugegeben, dass ihr Ehemann mit dem Hund nicht umgehen könne. Er sei gar nicht fähig, für die Bedürfnisse eines Hundes zu sorgen. Er frage immer nach, was er tun solle. „Mein Mann hat grad Schwierigkeiten, für sich selbst zu sorgen.“ Am Ende stand ein modifizierter Bescheid, mit dem alle leben konnten. Aber eins machte der Richter klar: „Wenn wieder was passiert, dann ist der Hund weg.“ Und das dann wohl endgültig.

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