Kasperls Trip an der Hölle vorbei

Gauting - Gelungene Premiere der Puppet Players: Ein wunderbar von Puppenspielerin Susanne Forster ersonnenes Stück, mit den bekannt detailverliebten Figuren aus der Künstlerwerkstatt von Stefan Fichert.

Rammelvoll mit Kindern, Eltern und Großmüttern war der Bosco-Saal bei der Premiere. Mit dem Puppenspiel „Kasperl & die wilden Tiere“ verzauberten die „London Puppet Players“, Susanne Forster und Stefan Fichert aus Gauting, gleich drei Generationen. Musikalisch umrahmt von Cellist Heinrich Klug und Akkordeonspielerin Maria Reiter kam eine urbayerisch-afrikanische Fantasiegeschichte auf die Puppen-Bühne.

Furchterregend der rote Teufel, köstlich die Kasperlfigur mit Zauberhut. „Fidiralala.“ Vom ersten Ton des gemeinsam gesungenen Kinderlied-Refrains waren die Kleinen verzaubert. Zur wilden Teufelsmelodie betritt der böse Höllenfürst die Puppenbühne. Den Kasperl will er für sein Fegefeuer fangen. Die Gelegenheit ist günstig. „Ich könnt den ganzen Starnberger See samt Würm aussaufen“, sagt Kasperl, denn er hat einen Riesendurst – und Hunger. 

Ein dicker Gastwirt in zünftiger Lederhose betritt die Szene. Mit perfekt verstellter Stimme wechselt Konrad Wipp mühelos in die Rolle des bayerischen Erzählers. Und unbekümmert verprasst der Kasperl seine teuflischen Goldstücke – und fällt unter Kindergelächter prompt auf seine Riesennase: „Jetzt hast sieben Tag mein Gold verprasst, jetzt musst in die Höll“, droht der böse, rote Satan. Nur mit sieben gefangenen  wilden Tieren fürs Fegefeuer kann der Kasperl seine eigene Haut retten. 

Dem komischen Held bleibt keine Wahl: Im Topf reist der Kasperl übers fließende (Seidentuch-) Meer zum Nil. Da lauert schon das hungrige „Krokodaxl“. Dank seines roten Zauberhuts gewinnt der Held jedes Kindes das „Krokodaxl“ zum Freund. Auf dessen glitschigem Rücken geht die vergnügliche Reise zum Nilpferd „Tante Codonotto“ bis nach Afrika. „Ich bin ein hohes Tier“: Sogar die Giraffe mit dem langen schmerzenden Hals gewinnt der Kasperl für seinen Trupp. Und den gefährlichen „König der Tiere“, den Löwen, befreit der mutige, zaubernde Held mit der Eisensäge aus seinem Käfig. Gott sei Dank. Denn als der Zug mit der sich windenden Schlange „Zisch“, dem auf dem Skateboard elegant flitzenden Äffchen „Anatol“ und dem Elefantentrompeter endlich im „Weißwurst-Kontinent“ eintreffen, lauert schon der böse Höllenfürst. Aber der Löwe schlägt mit seiner gewaltigen Menschenpranke zu und der Höllenfürst verschwindet in seiner Unterwelt.

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