Fasziniert von den Rollen in dem Starnberger Kammerstück: (v.l.) Tobias John von Freyend (König Ludwig II.), Michaela Weingärtner (Kaiserin Elisabeth) und Daniel Wittmann (Diener) sind Schüler an der Schauspielschule Zerboni. Foto: Jaksch

Märkl wechselt das Fach

Starnberg - Kim Märkl ist bekannt für ihre CD-Produktionen, jetzt feiert sie Premiere mit einem Theaterstück: "Der König und die Kaiserin" wird gezeigt m Bahnhof See in Starnberg.

„Es ist ein Traum, in so vielen Geschichten aufzuwachsen. Jeden Tag, den ich hier wohne, denke ich das.“ Die Schriftstellerin und Komponistin Kim Märkl, bekannt durch zahlreiche Musikproduktionen für Kinder und Erwachsene, ist begeistert vom Starnberger See. Die Amerikanerin, die in einem Industriegebiet in Cleveland, Ohio, aufgewachsen ist und die 2002 zusammen mit ihrem Mann, dem Geiger Key-Thomas Märkl das Aufnahmestudio Atlantic Crossing gründete, spielt schon lange mit dem Gedanken, ein Theaterstück über Ludwig II. und Sisi zu schreiben. „Sehr lange“ hat sie recherchiert, Briefe, Tagebücher, historische Schriften gesichtet, Rücksprache mit Historikern gehalten und Dialoge für das beliebteste bayerische Paar geschrieben, um das sich so viele romantische Geschichten spinnen. Es fiel ihr auch nicht schwer, Annette Kienzle vom Starnberger Kulturamt für das Projekt zu gewinnen, das ganz auf den König Ludwig Saal im historischen Bahnhofsgebäude in Starnberg zugeschnitten ist.

Schließlich galt das Gebäude seit seiner Errichtung 1856 als schönster Bahnhof Bayerns. Auch wenn es König Max II., war, der den Bahnhof mit seinem repräsentativen „Aufenthalt hoher und höchster Herrschaften“ errichten ließ, damit er von dort aus auf sein Dampfschiff umsteigen konnte, um nach Schloss Berg zu fahren, so ist es doch historisch verbürgt, dass auch König Ludwig II. sich hier regelmäßig aufgehalten hat, wenn er mit seinem prunkvollen Zug nach Starnberg fuhr, um hier auf sein Schiff zu warten.

Warten - das war die Ausgangssituation für Kim Märkl, um mit ihrem Theaterstück zu zeigen, wie König Ludwig II. und Sisi „getickt“ haben. Die beiden treffen nach einem gemeinsamen Wochenende auf der Roseninsel im Jahr 1870 am Starnberger Bahnhof ein. Ludwig II. will weiter zur Uraufführung von Wagners „Walküre“, Sisi ist auf dem Weg nach Wien. Ihr Gespräch ist ein Gedankenaustausch zweier Seelenverwandter, Ludwig II. noch ein junger schwärmerischer Träumer, voller Tatendrang und Begeisterung für die Kunst, die Wissenschaften, die Technik, Sisi die heimliche Poetin, die gerne Heine zitiert.

Seit Wochen studieren die Zerboni-Schauspielschüler Michaela Weingärtner (Kaiserin Elisabeth), Tobias John von Freyend (König Ludwig II.) und Daniel Wittmann (Diener) ihre Rollen ein. Die erste Hauptprobe im geschichtsträchtigen Gemäuer und in historischen Kostümen hat bewiesen, dass sich die jungen Schauspieler für ihre Kunst und Freiheit liebenden Protagonisten mit viel Temperament begeistern. Ungewöhnlich ist, dass Kim Märkl verzichtet auf ihre Musik, zu hören sind nur Wagnerklänge. (ak)

„Der König und die Kaiserin“

wird am 21. September, 19. Oktober und 16. November im König Ludwig Saal im Bahnhof gespielt. Beginn jeweils 17 Uhr. Karten für Theater und historisches Drei-Gänge-Menü im „Maximilians“ sind beim Kulturamt Starnberg erhältlich, Telefon (08151) 772136 oder 772170.

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