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„Andacht am See“: Dieses lichtstrotzende impressionistische Gemälde von Heinrich Gans ist im Besitz des Museums Starnberger See. Daniel Kofler (l.) und Museumschefin Sibylle Küttner zeigen es.

Faszination Starnberger See

In seiner Starnberger Wahlheimat unbeachtet und fast vergessen ist der Maler Heinrich Gans. Ein bedeutender Impressionist.

Der Buchautor und Heimatforscher Heinz Morgenthal hat anlässlich des 125. Geburtstages des gebürtigen Thüringers heuer in Ausleben eine große Ausstellung und eine Lesung mit der Starnbergerin Marianne Sägebrecht organisiert, die großen Anklang fand. Wichtigste Würdigung des Gans’schen Werks aber ist die Monografie, die Morgenthal unter dem Titel „Der erblindende Impressionist – von der Malerei besessen“ im zu Ende gehenden Jubiläumsjahr herausgebracht hat.

Das 160 Seiten starke, mit historischem Fotomaterial und Berichten von Zeitzeugen angereicherte Buch zeichnet den Weg von Heinrich Gans (1890-1973) nach und beschreibt die Faszination, die der Starnberger See auf den Maler ein Leben lang ausübte. Gans war, so heißt es in Morgenthals Vorwort, „eine Erscheinung, die nicht einfach zu übersehen war – sowohl als Person, als auch als Maler, und seine Bilder waren etwas Besonderes“. 1919 war er von Halle aus erstmals an den Starnberger See gekommen, „um seinen großen Drang zur Kunst zu verwirklichen“, malend wie auch als Dichter, seiner zweiten Leidenschaft. In Münchner Vorlesungen über Kunstgeschichte hatte er davon erfahren, dass die Schönheit und Faszination des Würmsees „Literaten und Kunstmaler förmlich anzogen“, wie Morgenthal schreibt. Ob-wohl auch in München, Berlin und Hamburg unterwegs, geriet Heinrich Gans in den Sog, die die Seenlandschaft mit ihren ständigen Veränderungen durch Nebel, Wind, Sonne, Regen auf Kunstmaler ausübte. Morgenthal: „Nach einer intensiven Phase des Probierens fand er zur impressionistischen Malweise und entwickelte schon früh einen für ihn unverkennbaren Malstil“, der bald ein Echo in Fachkreisen hervorrief.

Gans kehrte 1929 nach dem Tod seines Vaters nach Ausleben heim, um den elterlichen Bauernhof zu übernehmen. Viel später sollte er zur Malerei und damit auch nach Starnberg zurückfinden. Der Umgang mit Großbauern in der DDR bewegten Gans und seine Frau 1953/54 zur Flucht in den Westen. Er widmete sich bis zu seinem Tode am 30. Mai 1973 in Starnberg vollständig der Malerei, wurde Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft und war Jahr für Jahr mit großen Ausstellungen präsent.

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