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Wunderbare Ergänzung für die Garatshausener Marienkapelle: Restauratorin Beata Smigla-Nowak (l.) und Cornelia Beck-Kapphan vom Kulturverein präsentieren die restaurierte Krippe. 

Marienkapelle Garatshausen

Jesuskind in irisierendem Glanz

Der Kulturverein Garatshausen zeigt zur Adventszeit wieder seine Krippe aus dem 19. Jahrhundert in der Marienkapelle. Die Figuren sind besonders schön, weil sie frisch renoviert sind. 

Garatshausen – Die historische Krippe aus dem 19. Jahrhundert steht seit letztem Wochenende wieder in der Marienkapelle Garatshausen. Für den Garatshausener Kulturverein ist es diesmal ein ganz besonderes Ereignis. Denn er hat sich dafür eingesetzt und es auch finanziell ermöglicht, die Krippe aus Privatbesitz zu restaurieren und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Die Tutzinger Familie Engels hatte wegen Umzugs nach Frankfurt die aus 21 Figuren bestehende Krippe im Jahr 2015 dem Kulturverein für die Marienkapelle gestiftet. Seitdem wurde sie jedes Jahr aufgestellt. Im April 2019 beauftragte der Kulturverein die Pöckinger Restauratorin Beata Smigla-Nowak mit einer Überarbeitung der Figuren.

Viel sei nicht kaputt gewesen, erzählt die Gemälderestauratorin. Sie habe in der Hauptsache Oberflächen gereinigt und nur ein paar kleine Reparaturen durchführen müssen. Jetzt erstrahlt die Heilige Familie neu und wird während der Weihnachtsmärkte an der Marienkapelle an den Sonntagen 15. und 22. Dezember jeweils von 15 bis 19.30 Uhr zahlreiche Besucher anziehen.

„Die Krippe ist für die Garatshausener Kapelle wie gemacht, weil die Proportionen stimmen“, freut sich Cornelia Beck-Kapphan vom Kulturverein. Sie hat die Figuren zusammen mit der Restauratorin vor dem liebevoll geschmückten Altar aufgestellt. Ein roter Teppich führt den Besucher zum Altarraum, wo auf dem Boden Stroh ausgelegt ist, auf dem die Figuren arrangiert sind. Flankiert ist das Ganze von kleinen Tannenbäumen mit hübschen Strohsternen.

Gemälderestauratorin Beata Smigla-Nowak ist am Westufer nicht unbekannt. Sie hat schon das Gemälde „Die Geburt Christi“ des bekannten Münchner Barockmalers Andreas Wolff restauriert, das seit zwei Jahren in der Pöckinger St. Pius-Kirche hängt. An der Krippe hatte sie nicht viel zu tun. „Ich habe laienhaft ausgeführte Reparaturen fachgerecht ersetzt, Bemalung retuschiert und dabei immer darauf geachtet, nicht in die Originalbemalung einzugreifen“, sagt sie. Insgesamt hat sie 25 Arbeitsstunden investiert. Die Figuren haben sie beeindruckt. „Es ist eine hervorragende Qualität beim Gipsguss. Die Faltenwürfe haben ein lebendiges Licht- und Schattenspiel und die Gesichter sind ausgesprochen fein ausgearbeitet.“ Aus den stimmigen Proportionen schließt sie auf einen akademischen Künstler. Die Ausstattung der Figuren lässt eine Entstehung im 19. Jahrhundert vermuten. Aus welcher Gegend die Krippe kommt, ist nicht zu eruieren, da es keine Stempel gibt. Auffallend aber sei die „mythologisierende Darstellung der Figuren“, die „antik und orientalisch“ wirken. Die volksnahen Hirten mit ihren Schafen stehen für den bäuerlichen Arbeitsalltag, während die Heiligen Drei Könige prächtig, orientalisch und sehr festlich ausgestattet sind.

Die Restauratorin kann sich vor allem für die feinen Farbübergänge und die vielen realistisch gestalteten Details begeistern. Selbst der Turban eines der Könige ist mit zarten Ornamenten bemalt. Die Gipsfiguren sind polychrom in Lüstertechnik gefasst, was einen irisierenden Glanz erzeugt. Auffallend auch das einteilig ausgeführte, nicht gewickelte Jesuskind in der Krippe, um das herum alle Figuren stehen, schwebend über dem Geschehen der Engel der Verkündung. „Die Arbeit hat mir große Freude gemacht“, versichert die Restauratorin.

Bis Maria Lichtmess bleibt die Krippe in der Kapelle. Der Kulturverein Garatshausen finanziert derartige Projekte durch Spenden und Eintrittsgelder von Veranstaltungen. Am Freitag, 13. Dezember, um 19 Uhr liest Toni Aigner im Spiegelsaal des Schlosses Garatshausen Ludwig Thomas „Heilige Nacht“. Es spielt die Tutzinger Stubnmusi.

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