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Das bisherige Bundeswehr-Areal ist ein wesentlicher Teil des „Masterplans“. 

Ortsentwicklung

Der Masterplan für Feldafing

Die Gemeinde Feldafing hat gestern den Vertrag zur Erstellung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) unterzeichnet. Hinter dem Wortungetüm steckt ein Masterplan, der die Gemeinde nach Ansicht von Bürgermeister Bernhard Sontheim nachhaltig verändern wird.

Feldafing – Bernhard Sontheim geizte bei der Pressekonferenz gestern Mittag im Bürgersaal im historischen Feldafinger Bahnhof nicht mit Superlativen: „Heute ist einer der wichtigsten Tage für Feldafing, wie es ihn lange nicht gegeben hat“, sagte der Bürgermeister gleich zur Einleitung. Kurz zuvor hatten er und Andrea Gebhard vom Münchner Büro mahl-gebhard-konzepte den ISEK-Vertrag unterzeichnet. Auf dessen Basis soll in den nächsten zwei Jahren ein Masterplan entstehen für die Ortsmitte der 4300-Einwohner-Gemeinde und für das Gelände der Fernmeldeschule. „Feldafing gestaltet seine Zukunft“, beschrieb Sontheim die Zielsetzung

Beide Gebiete lassen sich aus seiner Sicht nicht isoliert betrachten. Wenn das 31 Hektar große Konversionsgelände nach dem endgültigen Abzug der Bundeswehr Ende 2020 frei wird, habe das natürlich Auswirkungen auf die gesamte Gemeinde. Und im Ortszentrum gebe es bereits jetzt Ecken, die eine Aufwertung vertragen würden, sagte er und nannte den Kirchplatz und die Bahnhofstraße als Beispiele.

Es komme darauf an, die Lebens- und Aufenthaltsqualität zu steigern und die funktionale Erosion rückgängig zu machen. Heißt: Geschäftsansiedlungen jenseits „unseres Bankenviertels“ sind ausdrücklich erwünscht. „Damit der Feldafinger nicht mehr nach Weilheim oder Tutzing fahren muss.“ Allerdings stellte Sontheim auch klar: „Wir wollen unsere Identität, unseren kleinörtlichen Charakter erhalten und verstärken.“

Beim Blick in die Zukunft gerät Sontheim schon jetzt ins Schwärmen: Das Gewerbegebiet auf dem Konversionsgelände solle „individuell, einzigartig und nicht von der Stange“ werden. Er wolle den Campus-ähnlichen Charakter des Gebiets erhalten und zielt auf einen „gesunden Nutzungs-Mix“ ab. Auch universitäre oder Forschungseinrichtungen schweben ihm in dem Zusammenhang vor, dazu Platz für Start-ups. Und natürlich bezahlbarer Wohnraum, gegebenenfalls in Form eines Einheimischenmodells – „für den Normalverdiener, der sich eine Dreizimmerwohnung nicht mehr leisten kann“, sagte der Bürgermeister.

Dabei bekräftigte er den Wunsch der Gemeinde, das Gelände kaufen zu wollen. „Wir wollen nicht am Gängelband eines Großinvestors hängen“, sagte er. Wie viele Millionen dafür fällig werden, wollte Hans-Peter Fehr von der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gestern nicht nennen. Der Kaufpreis berechne sich unter anderem aus den Bodenrichtwerten und der zukünftigen Nutzung, erklärte er. Von den insgesamt 31 Hektar sind Sontheims Aussagen zufolge 17 Hektar effektiv zu nutzen.

„Wohnen und arbeiten im Park – zukunftsorientiert und ortsverträglich“, gab er als Motto für das Konversionsgelände aus. Ein Vorbild hat er dabei nicht, zumindest kein positives. „Es gibt nur Vorbilder, wie ich es nicht machen möchte.“ Den Planern sind dabei offenbar keine oder nur wenige Grenzen gesetzt. Er habe auch nichts gegen einen radikalen Entwurf, sagte Sontheim. Worte, die Stadtplanerin Gebhard wohl gerne hörte.

Auch sie wolle in Feldafing etwas Besonderes schaffen, sagte die Geschäftsführerin der Bundesgartenschau 2005 in München. Gewerbeflächen im Großraum München seien sofort zu verkaufen, sagte sie, aber darauf komme es nicht an: „Es geht darum, für Feldafing und die Menschen hier etwas zu schaffen.“ In den nächsten Monaten stehe zunächst die Bestandsaufnahme an, im Herbst gehe das Thema wieder in den Gemeinderat, Machbarkeitsstudien sowohl für die Ortsmitte als auch für die Fernmeldeschule sollen in der zweiten Jahreshälfte 2019 angegangen werden, ein Ergebnis soll bis spätestens Ende 2020 vorliegen.

Für Bernhard Sontheim ist der Prozess dann noch lange nicht abgeschlossen. Denn die Ziele und Ideen aus dem ISEK umsetzen – „das macht man nicht in zwei bis drei Jahren, das wird uns Jahrzehnte beschäftigen“, ist er sich sicher.

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