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Eine Spezialität an der Maistraße: Markus Thomas Piechota, von allen Mato genannt, und Bodhana Pommerenke präsentieren den Fischteller.

Kioske im Fünfseenland

Der Mato an der göttlichen Maistraße

Der schönste Tag am See ist nichts, wenn einem der Magen knurrt und die Kehle austrocknet. Ein Glück, dass es im Fünfseenland so viele tolle Kioske gibt. Die schönsten und spannendsten stellen wir in unserer Sommerserie vor. Heute: „Mai-Ori-Fischbistro“ in Steinebach.

Steinebach – Am kleinen Badestrand an der Maistraße in Steinebach herrscht an diesem Morgen schon emsiger Betrieb. Erste Badegäste stellen ihre Liegestühle auf, der See schimmert grünblau, es ist warm. Die letzten Sonnentage sind angebrochen und auch Mato hat seinen Kiosk längst am Start.

Mato heißt eigentlich Markus Thomas Piechota, ist 44 Jahre alt, stammt aus dem Ruhrgebiet und hat schon als Postbeamter und Kameramann gearbeitet. Vor allem aber ist er tiefenentspannter Weltenbummler und Surfer, ein Macher, der mit allen im Reinen sein möchte, einen Horror vor Langeweile hat und ein großes Herz, in dem alle Platz finden. Seit 2010 betreibt er an der Uferpromenade in Herrsching äußerst erfolgreich seinen Fischladen, und seit zwei Jahren hat er auch an der Maistraße seinen kleinen Kiosk. „Das Ding könnte auch in Portugal am Strand stehen“, schwärmt er zwischen Cappuccino und Handytelefonaten, unablässig kommen Menschen vorbei, die er allesamt fest in den Arm nimmt, erste Nachbarn sitzen schon am Nebentisch und lassen sich selbstgebackene Kuchen schmecken, es herrscht Urlaubsstimmung.

„Mallorca ist überhaupt nicht mein Credo“

„Das ist einfach ein besonderer Ort“, findet Mato. Die Gemeinde hat ihm erlaubt, neben der von ihm renovierten Bude einen Verkaufswagen aufzustellen. In dessen Auslage liegen Köstlichkeiten aus See und Meer, selbstgeräucherter Lachs, Algensalat und mehr. Zwischen 9 und 10 Uhr öffnet Mato sein Fischbistro, abends ist um 22 Uhr Schankschluss. Dass in einer Gemeinderatssitzung vor den Ferien der Vorwurf aufkam, bei ihm gehe es zu wie am Ballermann, hat Mato umso mehr getroffen. „An dem Abend hat ein Freund von mir wenige Häuser weiter eine Party gefeiert – da ging es echt zu. Aber Ballermann und Mallorca ist überhaupt nicht mein Credo. Aber es ist auf uns zurückgefallen.“ Nachbarin Sabine Wessel bestätigt das. „Sie glauben nicht, was hier an Sommerabenden manchmal los ist. Das ist aber nicht der Mato.“ Sein Freund hat die Angelegenheit bei der Gemeinde jedoch gleich geklärt.

Sommerfrische: Kostumbildnerin Uschi Haug genießt die morgendliche Ruhe am Badeplatz in Steinebach.

Weil auch Mato zwischendrin mal Pause machen muss, schließlich hat er eine neunjährige Tochter namens Arven-Anouk, stehen ihm an der Maistraße Manni Hedtheyer (65) und Bodhana Pommerenke (18) zur Seite. Nachbar Stefan Zeilner (53) hat den Kiosk im Auge, „wenn wir nicht da sind“. Sie alle kümmern sich auch um die sanitären Anlagen ein paar Meter weiter, und räumen den Müll weg am Badeplatz. Mato will, dass alle happy sind. „Bei uns sind alle Generationen vertreten und willkommen“, sagt er.

Mai steht für Maistraße, und Ori für das Göttliche

Dass sich Mato hier mit seinem Fischkiosk besonders wohl fühlt, spiegelt sich auch in dem Namen wider, den er ihm gegeben hat: „Mai steht für Maistraße, und Ori für das Göttliche: die göttliche Maistraße!“ Die Gemeinde hat noch nicht entschieden, was hier an der Maistraße mal werden soll. Mato würde am liebsten einfach weitermachen: „Bitte, bitte, wenn es nach mir geht, sofort!“

Ein Blick auf die Preise

Mato hat sich den Fischspezialitäten verschrieben. Den Lachs räuchert er selber, die Lachssemmel kostet 6 Euro. Den Fischteller können sich die Kunden zusammenstellen, er wird grammweise berechnet und kostet ab zehn Euro. Dazu gibt es ein wechselndes Angebot an Salaten sowie vegane und vegetarische Teller (ab 3 Euro). Fischburger kosten 8 Euro. Pommes gibt es keine: „Der verträgt sich nicht mit Fisch, der Ölgeruch. Und ist auch für die Nachbarn nicht schön“, sagt Mato. Wer keine Lust auf Fisch hat: für 3,50 Euro gibt es Toasts, beispielsweise mit Tomaten, Mozzarella und Schinken. Den Cappuccino gibt es für 3 Euro, das Tegernseer wird in der Flasche gereicht und kostet ebenfalls 3 Euro.

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