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Seit 29 Jahren für den SC Starnberg im Einsatz: Matthias Pohlus wechselt zum Skiverband München.

Ski alpin

Matthias Pohlus verlässt den SC Starnberg

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Starnberg - Nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte wechselt Matthias Pohlus vom SC Starnberg als Sportdirektor zum Skiverband  München.

Wie heißt es so schön? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Das dachte sich wohl auch Matthias „Tissi“ Pohlus. Der Sportwart und Cheftrainer verlässt nach der erfolgreichsten Saison in der Vereinsgeschichte den Skiclub Starnberg. Er wird ab 1. Mai neuer hauptamtlicher Sportdirektor und U14-Trainer beim Skiverband München (SVM).

„Ich gehe mit einer ordentlichen Portion Wehmut, aber ich freue mich auch auf die neue spannende Aufgabe“, sagt Pohlus. Der 52-jährige Starnberger ist seit 29 Jahren ununterbrochen in einer Funktion beim SCS tätig, seit 27 Jahren gehört er dem Vorstand an. Pohlus ist einer der Hauptverantwortlichen für die unglaubliche Leistungsentwicklung der Starnberger Skifahrer. Auch wenn er abwiegelt und stets betont, dass die Erfolge des Skiclubs „immer eine Teamleistung“ sind, so ist sein Anteil daran erheblich. Unter seiner Regie als Sportwart und Trainer wurden beim SCS im Laufe der Jahre immer professionellere Strukturen geschaffen. Vom Aufbau der Ski-Academy, der vereinseigenen Skischule, in der bereits früh junge Talente entdeckt werden können, bis zur Ausbildung einer Skifahrerin wie Kira Weidle, die den Sprung in den Weltcup geschafft hat – überall hatte Pohlus maßgeblich seine Finger mit im Spiel. Und auch als Ausrichter nationaler und internationaler Renn-Großereignisse hat sich der SC Starnberg dank des außergewöhnlichen Engagements seines Sportwartes einen Namen in der Szene gemacht. „Das war ein langer Weg, den ich mit dem Club gegangen bin, und ich bin stolz darauf, bewiesen haben zu können, dass es auch hier in diesen Breiten geht, Skifahren auf Spitzenniveau zu betreiben“, sagt Pohlus.

Aber dass er einmal eine derart erfolgreiche Saison wie die gerade zu Ende gegangene erleben würde, davon hätte er nicht zu träumen gewagt. „Das ist unglaublich, das war unvorhersehbar“, sagt der 52-Jährige. Der SC Starnberg blickt auf das sportlich beste Jahr seiner Geschichte zurück. Im Nachwuchsbereich ist der Skiclub auf dem Gipfel angelangt, er ist aktuell der erfolgreichste Verein in ganz Deutschland.

Die Bilanz des SCS ist beeindruckend. Pohlus’ früherer Schützling Kira Weidle gewann heuer die Europacup-Gesamtwertung in der Abfahrt und hat damit für nächste Saison einen festen Startplatz im Weltcup sicher. Die 20-jährige Starnbergerin holte unter anderm erstmals einen Sieg in einem Europacuprennen (Abfahrt in Altenmarkt/Zauchensee), holte den Deutschen Meistertitel in der Abfahrt und wurde zudem Deutsche Jugendmeisterin in Abfahrt und Super-G. Fabiana Dorigo gewann bei der Jugend-DM die Silbermedaille im Super G in der Altersklasse U18. Und im Schülerbereich räumten die Rennläufer des SCS so gut wie alles ab, was es abzuräumen gab. Nora Brand und Ole Schmetzer wurden Gesamtsieger des Deutschen Schülercups. Bei den Deutschen Meisterschaften holte Brand die Titel in Slalom und Super G sowie – wie auch bei den Bayerischen Meisterschaften – Bronze im Riesenslalom. Gold in dieser Disziplin ging aber dennoch nach Starnberg: Lisa Marie Loipetssperger fuhr bei den DM als Schnellste durchs Ziel, im Slalom holte sie den Vizetitel. Ebenfalls mit DM-Silber dekoriert wurden Lucy Margreiter und Leonie Flötgen im Teamwettbewerb. Ole Schmetzer wurde Deutscher Meister im Super G und Vizemeister im Riesenslalom. Und auch bei den Bayerischen gingen Gold und Silber im Slalom an Starnberger Athleten: Schmetzer siegte vor Florian Fischer.

All diese Erfolge will Pohlus nicht für sich reklamieren. Einen Hauptanteil daran habe der 1. SCS-Vorsitzende Olaf Schmetzer, der den 2000er Jahrgang vier Jahre lang trainiert hat, ehe ihn Pohlus übernahm. Und auch Yvonne Schnock, die nach sechs Jahren als Auswahltrainerin des SVM aufhört, habe hervorragende Arbeit geleistet.

Für Matthias „Tissi“ Pohlus beginnt nun eine neue Herausforderung. Am 1. Mai tritt er die neu geschaffene Stelle beim SVM als Sportdirektor an. In dieser Position soll er neben seiner Trainertätigkeit bei der U14-Auswahlmannschaft vor allem ein Konzept erarbeiten, um Schule und Sport für die Athleten besser vereinbar zu machen. Er will die Veranstaltungen des Skiverbandes München professioneller und attraktiver gestalten und sich um das Sponsoring kümmern. Dem SC Starnberg will er aber auf jeden Fall, wenn gewünscht, „immer beratend zur Verfügung stehen“.

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