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Zukünftiger Wohnraum für bis zu 1700 Menschen: die Gilchinger Glatze. Das Foto entstand im Herbst 2016. 

Ortsentwicklung

Meilenstein für die Zukunft der Glatze

Nach zwölf Jahren Diskussionen und Verhandlungen beginnt in Gilching das offizielle Verfahren zur Bebauung.

Gilching – Aufatmen in Gilching: Erst sah es bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend so aus, als würde die seit vielen Jahren geplante Bebauung der Gilchinger Glatze erneut auf die lange Bank geschoben. Dann aber fiel der Beschluss zur Auslegung des Bebauungsplanentwurfes und zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung doch noch, und zwar einstimmig. Für die Zukunft der Glatze ist dies ein Meilenstein.

Man schrieb das Jahr 2005, als eine Jury das von Architekt Marcus Rommel eingereichte Konzept zur Bebauung der Gilchinger Glatze als besten Beitrag prämierte. Seither wurde verhandelt, geplant und ein aufwendiger Bürgerdialog durchgeführt. Immerhin mussten sich die 42 Grundstückseigner mit den Plänen identifizieren, um einer sogenannten Flurbereinigung zuzustimmen.

Das Umlegungsverfahren hat bereits stattgefunden, nun geht es ans Eingemachte. Wie berichtet, soll auf dem rund 12 Hektar großen Acker Wohnraum für rund 1700 Menschen geschaffen werden. An der Kreuzung Starnberger Weg/Karolinger Straße sind zudem ein sechsstöckiges Hotel beziehungsweise diverse Dienstleistungsunternehmen vorgesehen.

In der Ratssitzung am Dienstag bemängelte unter anderem Fritz Wauthier (SPD) die militärische Anordnung der acht Mehrfamilienhäuser entlang des Starnberger Wegs. „Das Ganze ist zu steril. Wir haben uns so einen Baustil in Bildern bei Stuttgart angeschaut. Das war nicht nach unserem Geschmack.“ Rommel sicherte jedoch zu, dass innerhalb des Bauleitverfahrens Änderungswünsche vorgebracht und auch berücksichtigt werden können. „Es ist die Aufgabe des Gemeinderats, darauf zu achten, dass eine hohe Wohnqualität entsteht“, betonte er. Zudem sei jeder Bürger aufgerufen, innerhalb der vorgezogenen Bürgerbeteiligung seine Bedenken und Anregungen vorzubringen.

Kein Leichtes wird es werden, den Verkehr am Starnberger Weg in den Griff zu bekommen, räumte der Verkehrsexperte Professor Hans-Jürgen Lang ein. Zwar ist auf Höhe Sonnenstraße/Bahnweg ein Kreisverkehr vorgesehen. Ob jedoch die Straße entlang der Bahnlinie Richtung für den Autoverkehr geöffnet werden soll oder ob es ein Weg für Fußgänger und Radfahrer bleiben wird, müsse erst noch geklärt werden. Zumal das gesamte Areal zwischen Starnberger Weg und Ortszentrum autofrei bleiben soll. Für die rund 1700 Bewohner jedoch sind Tiefgaragen vorgesehen.

Kritik gab es seitens einiger Gemeinderäte, da die als Herzstück der Planung offerierte Landschaftssenke zwischen Glatze und Landsberger Straße planungsmäßig abgekoppelt worden ist. Die Abkoppelung mache Sinn, erklärte Bauamtsleiter Max Huber den Räten. „Starten wir den Bebauungsplan ohne Senke, kann die Bahn nur als Träger öffentlicher Belange eine Stellungnahme abgeben. Nehmen wir die Senke gleich am Anfang mit, hat die Bahn volles Mitspracherecht. Und das kann dauern.“

Bürgermeister Manfred Walter erinnerte die Fraktionen daran, dass künftig der Bauausschuss die Beschlüsse zur Gilchinger Glatze fassen wird. „Es ist deshalb jede Fraktion aufgerufen, Änderungswünsche als Anträge zu formulieren und zur Abstimmung in den Bauausschuss mit einzubringen.“ Der Bebauungsplanentwurf wird nun fertiggestellt und ist voraussichtlich Anfang nächsten Jahres im Gilchinger Rathaus einsehbar. Mit Beginn der Bebauung rechnen Experten frühestens Ende 2018.

Uli Singer

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