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Spaß bei der Arbeit: Der Berger Pascal Alexander Barros de Oliveira möchte auch als Meister weiterhin in der Werkstatt und nicht nur im Büro arbeiten. Beim Starnberger BMW-Autohaus Michael Schmidt betreut der 31-Jährige zwei Lehrlinge. 

Fahrzeugbauer ausgezeichnet

Der Beste seiner Art

Berg - Pascal Alexander Barros de Oliveira ist zum besten Meister Oberbayerns unter den Fahrzeugbauern ausgezeichnet worden. Es war viel Arbeit. Der Berger spricht über Nachtschichten und darüber, wie die Familie zusammenrücken musste.

Eigentlich wollte Pascal Alexander Barros de Oliveira etwas ganz anderes. Als er zum Hörer greift, fragt der Berger bei der Handwerkskammer eigentlich nur um ein neues Zeugnis. Den Meisterbrief hat er seit Oktober in der Tasche – auf dem Zertifikat aber stand sein Name nicht voll ausgeschrieben. Dann bekommt er zu hören: „Gut, dass Sie anrufen.“ So ganz nebenbei erfährt Barros de Oliveira, dass er zu den besten Meistern Oberbayerns zählt. In seiner Branche der Karosserie- und Fahrzeugbauer hat er sich gegen alle Kollegen durchgesetzt.

Dahinter steckt harte Arbeit. Als Barros de Oliveira an die vergangenen eindreiviertel Jahre denkt, bläst er die Backen auf. Dann sagt er: „Das war Vollgas.“ Montags und freitags ging er nach der Arbeit in die Schule, am Samstag sowieso. Der einzige freie Tag war also der Sonntag. „Und der ist wegen Lernen flachgefallen“, sagt Barros de Oliveira. Als es auf die Abschlussprüfung zuging, kam die ein oder andere Nachtschicht hinzu.

„Ich muss meiner Freundin danken“, sagt er, „die hat mir den Rücken frei gehalten.“ Daheim warteten nämlich nicht nur Freundin Christine Maier, sondern auch Tochter Luisa. Die war gerade mal ein halbes Jahr alt, als Barros de Oliveira im Januar 2015 seine Ausbildung zum Meister begann. Doch die Familie wollte unbedingt, dass der Berger Meister wird. Und mehr Geld verdient. Schließlich wartet im Hintergrund ein großes Projekt: Die Familie möchte ein Haus bauen.

Dabei hatten die Kollegen von Barros de Oliveira gar nicht mehr damit gerechnet, dass er noch Meister wird. „Sie sagten alle: Das machst du eh nicht mehr.“ Dann wurde beim Starnberger BMW-Autohaus Michael Schmidt eine Meisterstelle frei. „Ich habe spontan zugesagt und es dann durchgezogen.“

Seit 2010 arbeitet er bei dem Autohaus, schon länger hatte er die Meistervertretung übernommen. Nun ist er offiziell Ausbilder zweier Lehrlinge. Sie werden von einem echten Fahrzeugliebhaber geschult. In seiner Freizeit fährt der 31-Jährige Vespa, in der heimischen Garage bastelt er an seinen Oldtimern, einem BMW 02 und einem E30. Mit 16 Jahren hat Barros de Oliveira den Einstieg mit einer Lehre geschafft. Noch heute fasziniert ihn sein Beruf: „Zu sehen, wie ein Fahrzeug total kaputt ankommt und wie schön es dann die Werkstatt verlässt – das ist wunderbar.“

Seine Begeisterung für den Beruf und der Rückhalt der Familie halfen ihm auf dem Weg zum besten Meister Oberbayerns. Er gibt zu: „Das Fach Wirtschaft war gar nicht mein Fall.“ Mit Fleiß hat er es geschafft: Note 2,1. „Mit einer drei ist man schon gut bedient“, sagt Barros de Oliveira über die schwere Ausbildung. Die gute Vorbereitung durch die Innung habe ihm geholfen. Die Auszeichnung kommt bei seinen Kollegen im Autohaus gut an: „Sie freuen sich und schätzen meine Leistung.“

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