Tödlicher Überfall

Merkur-Austräger fand die Raub-Opfer von Meiling

Meiling - Bei einem brutalen Raubüberfall in Seefeld ist ein 72-jähriger Mann getötet worden. Die Täter hatten ihn und seine Frau im Haus eingeschlossen, erst nach zwei Tagen wurden sie entdeckt – dank eines Zeitungsausträgers des Münchner Merkur.

Als Jörg Altmann am Montagmorgen den Starnberger Merkur in den Briefkasten eines etwas abgelegenen Hauses in Meiling steckt, hat er kein gutes Gefühl. Die Lichter brennen im Haus. Durchs Fenster sieht er, dass überall Schubladen aufgezogen sind und Schränke offen stehen. So sah es auch schon aus, als er zwei Tage zuvor die Zeitung brachte. An besagtem Samstag wunderte er sich noch nicht, er vermutete, dass die Bewohner etwas suchen. Doch dass sich über das Wochenende nichts im Haus verändert hat, kommt ihm seltsam vor. Er weiß, dass ein älteres Ehepaar dort lebt. Meiling ist ein kleiner Ortsteil von Seefeld, hier kennt man sich.

Jörg Altmann trägt die restlichen Zeitungen aus. Dann ruft er von zu Hause aus bei dem Ehepaar an. Niemand hebt ab. Es lässt ihm keine Ruhe, er läuft noch einmal mit seiner Frau zu dem Haus. „Ich habe mir Sorgen

gemacht, dass sie gestürzt sind“, sagt er. Altmann klopft an die Scheiben und ruft laut. Er hört den Hund des Ehepaars bellen. Und ein leises Wimmern. Dann Schläge mit einem Stock. „Ich habe sofort per Handy die Polizei gerufen“, sagt er. Dann läuft er zum Feuerwehrhaus – Altmann ist in Meiling Kommandant. Er will Verstärkung holen, um der Polizei zu helfen, in das Haus zu kommen. Doch die ist nicht mehr nötig. Die Terrassentür ist nicht abgeschlossen. Die Polizei findet das Ehepaar eingeschlossen in einem Zimmer. Der 72-Jährige ist tot, seine Frau schwer verletzt und völlig entkräftet. Sie lag mehr als zwei Tage in dem Haus, ohne Hilfe rufen zu können. Und ohne Wasser.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei sind die Täter in der Nacht von Freitag auf Samstag in das Haus des Ehepaars eingedrungen. „Wir gehen davon aus, dass es mindestens drei Täter sind“, sagt Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Als gegen Mitternacht der Labrador des Paares zu bellen begann, öffnete der Rentner wohl die Terrassentür, um nach dem Rechten zu sehen. Dort ist er vermutlich von den Unbekannten überfallen worden. Sie forderten Geld und Schmuck, dann schlugen sie mit einem hölzernen Gegenstand erst auf den Mann und später auch auf seine Frau ein. Anschließend sperrten sie das Ehepaar ein. Ob der Mann zu diesem Zeitpunkt bereits tot war, wird das Ergebnis der Obduktion ergeben.

Raubmord in Meiling: Bilder von der Suche am Tatort

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Die Kripo forderte Unterstützung der Bereitschaftspolizei an, die die Umgebung nach Spuren absuchte. Ein Polizei-Hubschrauber war im Einsatz, um Luftbildaufnahmen zu machen und mögliche Fluchtwege zu finden. Zeitungsausträger Jörg Altmann und die Nachbarn des Ehepaars wurden vernommen.

Die 67-jährige Frau steht unter Schock. Sie wird derzeit stationär in einem Krankenhaus behandelt, schwebt aber laut Polizei nicht in Lebensgefahr. Noch konnte sie von der Kripo nicht vernommen werden. Die Ermittler hoffen nun auf Zeugen, die etwas gesehen haben, zum Beispiel verdächtige Personen, die das Grundstück beobachtet haben oder Autos mit auswärtigen Kennzeichen. Hinweise nimmt die Polizei unter 0 81 41/61 20 entgegen.

Katrin Woitsch und Patrick Öhler

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