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Der Mann, der das Gras wachsen hört: Er wollte sich damals nur etwas Geld dazu verdienen und verlor sein Herz auf dem Rasensportplatz in Wörthsee. Regelmäßig untersucht Michael Scheffold das Gras mit der Lupe, damit es sich weiter anfühlt wie ein flauschiger Teppich.

Meisterpreis

Von der Backstube auf den Golfrasen

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Weßling - Quereinsteiger Michael Scheffold war erst Konditor, heute ist er „Fachagrarwirt Head Greenkeeper“ beim Golfclub Wörthsee.

Michael Scheffold aus Weßling hat das Gespür fürs Green. Der 36-Jährige ist frisch gekürter „Fachagrarwirt Head Greenkeeper“ – in dieser Woche nahm er dafür aus den Händen von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung entgegen. Dabei stand am Anfang der Karriere von Michael Scheffold eine Ausbildung zum Konditor.

„Ich bin ein richtiger Quereinsteiger“, sagt Michael Scheffold und lacht. Der Vater von zwei kleinen Kindern landete 2004 aus purem Zufall auf dem Golfplatz in Wörthsee. „Ich arbeitete als Konditor-Geselle und wollte mir etwas dazuverdienen.“ Zwei Sommer lang fertigte er morgens feine Pralinen und fuhr nachmittags raus auf die 18-Loch-Anlage. Dann war klar: „Ich hatte mein Herz verloren, ich wollte Greenkeeper werden.“

Scheffold besuchte die Deula Bayern GmbH, ein Berufsbildungszentrum für Landwirtschaft und Gartenbau in Freising. 2010 durfte er sich als Fachagrarwirt Greenkeeper bezeichnen. Diese Ausbildung setzt eigentlich einen Abschluss als Landwirt, Forstwirt oder ähnliches voraus. Oder aber – für Quereinsteiger – fünf Jahre Praxis auf einem Betrieb wie dem Golfplatz in Wörthsee. Heute ist Scheffold stellvertretender Head-Greenkeeper und damit zweiter Mann hinter Hans Ruhdorfer.

Um diese Jahreszeit befindet sich der Golfclub Wörthsee im Wintermodus. Ein bisschen verwunschen liegt er im Dezember-Nebel. In der Fahrzeughalle stehen Rasenmäher und Vertikutierer in Reih’ und Glied. Raus muss ein Greenkeeper in diesen Wochen trotzdem. Regelmäßig zieht Michael Scheffold mit einer kleinen Lupe los und untersucht das Gras auf den Greens. Die sind selbst an diesem Wintertag wie feste runde Teppiche. Erstaunlich, wie kurz Gras sein kann.

40 Prozent der Fläche des Golfclubs Wörthsee werden intensiv bewirtschaftet, heißt, der Boden wird bearbeitet, gelockert, das Gras geschnitten, gedüngt, und im Krankheitsfall auch gespritzt. Zu Scheffolds Job zählen also Bodenkunde und -pflege, und auch das Thema Naturschutz. „Wir halten uns sehr gewissenhaft und streng an die Auflagen der Behörden, spritzen sehr sorgfältig und nur durch Fachkräfte. Alles wird dokumentiert“, sagt Scheffold.

Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft sei der Einsatz von Pestiziden und Dünger jedoch niedrig. Vor wenigen Tagen erst fand eine Zertifizierung durch das Qualitätsmanagement Golf und Natur des Deutschen Golf Verbands statt.

Scheffold bedauert, dass Golfen und die Golfplatzpflege von großen Teilen der Bevölkerung mit Argwohn betrachtet werden, „obwohl uns die Natur und deren Erhalt sehr am Herzen liegen“.

2014 begann Scheffold mit der Vorbereitung auf die Head-Greenkeeper-Ausbildung. In den Wintermonaten saß er über den Büchern, im Sommer stand er auf dem Platz. Als einen Prüfungsbestandteil lieferte er einen kompletten Jahresbericht über den Golfclub ab. Er muss Teichbauprojekte berechnen können, sich in der Mitarbeiterführung beweisen, die Buchhaltung beherrschen, Betriebsführung etc., kurz: er muss einen Betrieb wie diesen führen können.

Als stellvertretender Head-Greenkeeper ist Scheffold nun nicht mehr ganz so viel auf dem Platz unterwegs wie früher. Aufs Green kommt er trotzdem noch, auch in diesen Wochen. Bis ins Frühjahr dauert die Winterpause. Und wenn es in der Natur los geht, dann beginnt auch für Scheffold und die Mitarbeiter des Golfclubs die Saison. Das heißt, um fünf, halb sechs Uhr raus, damit die ersten Golfer, die um halb sieben, sieben die ersten Bälle putten, auch ein perfektes Green vorfinden.

Das frühe Aufstehen macht Scheffold wenig aus. Schließlich war er mal Konditor, und die stehen auch früh auf – finden sich aber anschließend nicht auf einem perfekt gepflegtem Stück Rasen in schöner Landschaft wieder.

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