Ein Schwan nistet auf dem Klärweiher in Mörlbach.
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Ein schöner Schnappschuss: Ein Schwan nistet seit Jahren auf dem Klärteich in Mörlbach – ab 2023 dann ohne Abwasser.

Vorbereitungen für Kanalarbeiten

Mörlbachs Anschluss kostet 4,6 Millionen

  • vonSandra Sedlmaier
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Nächstes Jahr starten die Arbeiten, um Mörlbach an die Starnberger Kläranlage anzuschließen. Der Abwasserverband Starnberger See rechnet mit Kosten von 4,6 Millionen Euro – damit das Abwasser von rund 200 Einwohnern künftig ordentlich entsorgt wird.

Mörlbach – Lange haben sich die Mörlbacher gewehrt, an den Kanal angeschlossen zu werden. Ein Großteil vertraut auf die Pflanzenkläranlage, die das Abwasser des 200-Seelen-Orts aufnimmt. Doch das Wasserwirtschaftsamt war unerbittlich (wir berichteten) und forderte, dass Mörlbach spätestens Ende 2023 an die Starnberger Kläranlage angeschlossen ist. Dann war auch Ruhe im Dorf. In der Verbandsversammlung des Abwasserverbands Starnberger See wurden nun erstmals Kosten für das Projekt beziffert: 4,6 Millionen Euro für die Verlegung der Kanäle. Die Arbeiten sollen nächstes Jahr starten. Im Herbst dieses Jahres steht die Untersuchung der Grundstücksanschlüsse an. Gleichzeitig mit dem Vorhaben des Abwasserverbands verfolgt die Gemeinde Berg den Plan, das Regenwasser in Mörlbach besser unter Kontrolle zu bringen.

Aktuell gibt es in Mörlbach ein Mischsystem: Abwasser und Regenwasser fließen in den Mörlbach und passieren verschiedene Teiche. Es gibt dafür nur einen Kanal. Der Abwasserverband will nun das Abwasser in einem Kanal bündeln und einen zweiten für das Regenwasser verlegen. Damit das Trennsystem mit zwei Kanälen funktioniert, müssen auch die Hausanschlüsse entsprechend ausgerüstet sein.

Die Gemeinde Berg ertüchtigt gleichzeitig das Bett des Mörlbachs. Er ist ein Gewässer dritter Ordnung und damit Sache der Gemeinde. Bei Starkregen läuft der ansonsten eher wie ein Rinnsal verlaufende Mörlbach oft über. Das soll im Zuge der Arbeiten am Kanalsystem auch erledigt werden (wir berichteten). „Wir werden zusammen mit dem Abwasserverband ausschreiben“, sagt Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger.

Er sieht den Anschluss an die Kläranlage als Chance für die Mörlbacher. „Der Verband zahlt die 4,6 Millionen Euro, ohne dass die Anlieger etwas extra zahlen müssen.“ Der Anschluss sei über die Gebühren gedeckt. Auf die Mörlbacher können aber durchaus Kosten zukommen. Zum einen für die Hausanschlüsse, denn jeder ist für den Kanal auf seinem Grundstück selbst verantwortlich und muss auch dafür bezahlen. Zum anderen könnten sie in Sachen Straßenbau zu Zuzahlungen herangezogen werden. „Wenn es sich bei einigen Straßen um Ersterschließungen handelt, sind wir verpflichtet, die Anwohner finanziell zu beteiligen“, sagt Steigenberger. Welche Straßen betroffen sind, wird im Rathaus gerade geprüft. Zudem ist die Gemeinde beim Grunderwerb gefordert. „Darum werden wir uns kümmern“, so Steigenberger.

Eine Anliegerversammlung, die neulich zum Thema Mörlbach-Ausbau stattfand, ist laut Steigenberger friedlich und konstruktiv verlaufen. Eine weitere zum eigentlichen Kanalbau soll im Herbst stattfinden.

Eine Alternative zum Anschluss an die Kläranlage gibt es nicht, wie Michael Friedrich von der Bauabteilung des Abwasserverbands Starnberger See in der Versammlung sagte. „Man kann die Kläranlage nicht umstellen, weil der Mörlbach meistens zu wenig Wasser führt.“ Das ginge vielleicht für fünf Anlieger, aber nicht für 200. Der neue Abwasserkanal soll zu einem zentralen Pumpwerk bei der alten Teichkläranlage führen. Es ist geplant, ihn von dort entlang der Kreisstraße 7 und weiter nach Farchach zu verlegen. Dort könne er in den bestehenden Abwasserkanal einleiten, sagte Friedrich.

Mörlbach ist übrigens einer von drei Orten im Einzugsgebiet des Abwasserverbands, der bislang nicht an die Kläranlage angeschlossen ist. Es fehlen noch Taubenhüll, der Weiler nördlich von Hanfeld, und Landstetten.

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