Monstergewerbegebiet macht Herrschingern Angst

Herrsching/Frieding - Frieding Nord ist nun auch Thema in der Nachbargemeinde Herrsching. Bürger und Politiker - auch Landrat Roth - finden die Planung "viel zu groß".

„Das Gebiet ist viel zu groß, das sag’ ich hier ganz deutlich.“ Diese Aussage bezieht sich auf das geplante Gewerbegebiet Frieding Nord, das am Donnerstag auch die Gemüter in der Herrschinger Bürgerversammlung bewegte. 220 Besucher hörten diese Worte, ausgesprochen von Landrat Karl Roth, der bei vielen Friedingern als Geburtshelfer dieser umstrittenen Planung gilt.

Das geplante Gewerbegebiet in Frieding hat nicht nur in dem Andechser Ortsteil für einen Aufschrei gesorgt (wir berichteten), sondern auch in den Nachbarorten. Erst nur in Drößling, aber auch die Widdersberger und Herrschinger sind in großer Sorge um Verkehr und Straßen - Bürgermeister Christian Schiller eingeschlossen. Erst dieser Tage sei das Schreiben im Rathaus gelandet, mit dem die Ammerseegemeinde am Verfahren, der so genannten Anhörung Träger öffentlicher Belange, beteiligt wird. „Und wir reden drüber, doch, doch“, versicherte er, als Nobert Arlt das Thema ansprach. Arlt ist Anwohner der Schmidschneiderstraße. Die Kreisstraße verbindet Frieding mit Herrsching. Schon jetzt führen Dreiachser des Friedinger Abbruchunternehmens durch. „Die Straße ist doch gar nicht dafür ausgelegt“, sagte Arlt und malte sich aus, wie viel mehr der Verkehr würde, wenn das Gewerbegebiet tatsächlich entstünde. Betroffen wäre ebenso die Dorfstraße in Widdersberg - eine Ortsstraße. „Ich gehe davon aus, dass man sich über die Verkehrsströme Gedanken macht?“, fragte er. Denn wie berichtet, soll das Gewerbegebiet an einer Kreisstraße entstehen, die jeweils durch kleine Dörfer weiterführt. In Widdersberg wäre dies eine gerade sanierte, aber keine komplett ausgebaute Straße. „Ich ganz persönlich“, so Schiller, „kann mir diese Art und Dimension der Ausweisung nicht vorstellen“, sagte der Rathauschef. Die Stellungnahme Herrschings werde entsprechend ausfallen. „Mein Wort drauf“, versprach Schiller, bevor er das Mikro an den anwesenden Landrat weitergab.

„Ich habe ja auch noch Kontakte zur Gemeinde Andechs“, so Roth schmunzelnd. Immerhin ist er im Klosterdorf zu Hause. Als ehemaliger Bürgermeister von Andechs wollte er die Dinge in Frieding Nord geordnet wissen. So gesehen nahm die Entwicklung in der Tat mit Roth ihren Anfang. Dies betraf aber damals den Bestand, und dieser sollte gut abgegrenzt werden zum Dorf. „Dann wurden Begehrlichkeiten geweckt“, so Roth. Da war er schon Landrat. Aber so wie die Stimmung zur aktuellen Planung gerade ist, war er sich vor der Herrschinger Bürgerversammlung sicher, „wird das Ding eingestampft“. (grä)

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