Mühlfelder - Tradition und Moderne

Herrsching - Natürlich gibt es im Lesebereich unserer Heimatzeitung eine Reihe von größeren und kleinen Brauereien. Wir stellen sie vor. Diesmal: das Mühlfelder Brauhaus in Herrsching.

Wer das Mühlfelder Brauhaus in Herrsching betritt, wird auf seiner Linken sogleich von zwei großen, leicht erhöht stehenden, glänzenden Kupferkesseln begrüßt - sichtbares Zeichen für die hauseigene Brauerei. Sudpfanne und Läuterbottich stehen hier im Erdgeschoss, die restliche Brauanlage befindet sich im Keller. Seit Hans-Dieter Kremkow und Michaela Kurz das Gebäude Anfang 2015 gepachtet haben, wird hier auch wieder aktiv Bier gebraut. Unter Führung eines freiberuflichen Braumeisters aus Bad Tölz, bei dem das Handwerk Familientradition ist, reifen in den Gär- und Lagertanks im Keller derzeit zwei naturtrübe Biere, Weißbier und Helles, heran. Selbstredend nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut, nur mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Verwendet werden reine Naturhefen, wodurch leichte Unterschiede im Geschmack der einzelnen Chargen auftreten können, anders als in den Großbrauereien, in denen die verwendeten Hefen zu einem gleichbleibenden Geschmackserlebnis führen. Das Malz wird direkt im Haus gemahlen, der Hopfen kommt aus der Hallertau und das Wasser aus der Leitung.

Der Stammwürzegehalt liegt jeweils bei 12,2 % und der spätere Alkoholgehalt beträgt beim Hellen 5,0 Vol% und beim Weißbier 5,5 Vol%. Die Mühlfelder Brauerei hat eine maximale Kapazität von 2500 Hektolitern, derzeit werden etwa 800 bis 1000 Hektoliter gebraut. Der Braumeister setzt den Sud an und alles Weitere übernimmt Hans-Dieter Kremkow. „Die Überwachung des Gärprozesses und die Abfüllung liegen in meinen Händen. Während der Gärung telefoniere ich zweimal täglich mit dem Braumeister, und er gibt mir Tipps, zum Beispiel zu Druck und Temperatur.“ Lachend fügt er hinzu: „Wenn er täglich aus Bad Tölz kommen würde, wäre das Bier nicht bezahlbar.“

Das Mühlfelder Bier ist also die Gemeinschaftsproduktion eines bayerischen Brauers und des Niedersachsen Kremkow. Das süffige Mühlfelder Bier kann man selbstredend im dazugehörigen Gasthaus genießen und sich dabei die bayerisch-österreichischen Spezialitäten von Köchin Michaela Kurz schmecken lassen. Ab Sommer wird es eine Abfüllanlage geben, so dass man die Biere auch in Halbliter-, Liter- und Zwei-Liter-Flaschen mit nach Hause nehmen kann. Auch in den Asado-Steakhäusern in München wird es wieder ausgeschenkt, denn von den Besitzern dieser Kette haben Kremkow und Kurz das Mühlfelder Brauhaus gepachtet.

Das Team hat große Pläne mit der Brauerei, die für sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor werden soll. Nach letzten Modernisierungsarbeiten sollen neben Weißbier und Hellem auch saisonale Biere gebraut werden, und Pläne für ein Craft-Beer existieren auch schon. Über Neuigkeiten informiert die Homepage www.muehlfelderbrauhaus.de. Wochenend-Brauseminare und professionelle Brauereiführungen sind ebenso in Planung wie eine Zukunftsvision von Hans-Dieter Kremkow: „Ende des Jahres möchte ich, dass sich die Leute ihre eigenen Bierflaschen abfüllen können mit eigenem Etikett.“ Mit Hilfe einer festinstallierten Kamera soll dabei ein beim Zapfen geschossenes Foto als Etikett gestaltet werden. So wird das Mühlfelder Bier zu etwas ganz Persönlichem.

Eva-Maria Schröder

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