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Aus dem Gerichtssaal

Millionenbetrug nur durch den Gatten?

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Possenhofen/München – Finanzgeschäfte waren nicht seine Stärke, trotzdem verdiente ein Diplom-Ingenieur (62) damit jahrelang seinen Unterhalt. 2,3 Millionen Euro nahm der smarte grauhaarige Herr zwischen 2011 und 2013 seinen Anlegern ab.

Nur wenige sollten ihr Vermögen wiedersehen. Zu allem Überfluss zog er auch noch seine Frau (60) mit ins Verderben. Seit gestern muss sich das Ehepaar wegen Betrugs vor der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht München II verantworten.

Sie hatte angeblich nur auf dem Papier als Geschäftsführerin der Firma mit Sitz in Possenhofen gezeichnet. Tatsächlich pflegte sie in München ihren schwer kranken Bruder, der 2015 verstarb. Er, der Gatte, galt als der Kopf des Unternehmens. Mit seinen Kunden will er aber keinerlei Gespräche geführt haben. Zumindest schüttelte er missbilligend sein Haupt, als die Anklage diesen Vorwurf preisgab. Trotzdem war es der 62-jährige Wahl-Salzburger, der später zähneknirschend in einen Vergleich einwilligte, der ihm wohl eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten einbringen dürfte. Die Vorsitzende Richterin Michaela Welnhofer-Zeitler hatte ihn zuvor mehr deutlich als sanft auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass es möglicherweise noch mehr geschädigte Anleger geben könnte als in der Anklage aufgelistet waren.

Seine größte Bitte an das Gericht war auf eine möglichen Bewährung für seine Frau ausgerichtet. Das habe für ihn Vorrang, ließ sein Verteidiger Peter Pospisil verlauten – wohlwissend, dass eine solche Strafmaß-Koppelung juristisch nicht möglich ist. Sein Verteidiger-Kollege Uwe Paschertz musste für die Ehefrau verkünden, dass sie kein umfangreiches Geständnis ablegen werde, das an eine maximal zu erwartende Strafe von zwei Jahren und vier Monaten gebunden ist. Sie hielt sich für weitestgehend unschuldig. Sie habe ihrem Mann vertraut und könne sich nur vorwerfen lassen, die Geschäftsführerin gewesen zu sein. Der Prozess wird fortgesetzt.  wal

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