Nach Aus für Schön-Klinik

Abfindung für fast alle Mitarbeiter 

Kempfenhausen -  Das überraschende Ende der Schön-Klinik in Kempfenhausen bringt für die meisten Mitarbeiter Abfindungen mit sich, einige arbeiten an anderen Schön-Standorten. In der Klinik arbeitet fast niemand mehr.

Von einer Geisterklinik zu sprechen, ist sicher übertrieben. Dafür brennt in der Schön-Klinik in Kempfenhausen zu viel Licht. Und der Empfang des still gelegten Krankenhauses ist auch immer noch besetzt. Ruhig ist es in dem Gebäude jedoch sehr. Nur im Erdgeschoss in der Praxis von Dr. Max Hubmann und im Untergeschoss in der Radiologie von Prof. Bernhard Mayr herrscht noch Betrieb. Und damit das die ankommenden Patienten auch gleich wissen, sind große Schilder aufgestellt, die den Weg weisen. Positiver Nebeneffekt: Im Gegensatz zu früher gibt es jede Menge Parkplätze, sogar im Innenhof der Klinik.

Sechs Wochen nach der Einstellung des Krankenhausbetriebs Ende November steht der Sozialplan für die rund 200 Mitarbeiter, die Mitte Oktober völlig überraschend vom Ende der Klinik erfuhren. „Der Großteil bekommt eine Abfindung, auch die, die in anderen Häusern der Schön-Klinik weiter beschäftigt werden“, sagt Schön-Klinik-Sprecherin Rieke Schües. Viele Mitarbeiter hätten einen neuen Job gefunden und Aufhebungsverträge abgeschlossen. Pflegepersonal ist gefragt. „Wer noch keine neue Arbeitsstelle hat, bekommt eine höhere Abfindung“, sagt Schües. „Darauf hat man sich in der letzten Dezemberwoche geeinigt.“ Deshalb war am Montag noch einmal richtig Leben in der Bude: Bei einer Versammlung wurde das Ergebnis des Sozialplans verkündet. Detail am Rande: Ausgerechnet an diesem Tag war die Eingangstür defekt. Wer ins Haus wollte, musste über den Seiteneingang rein.

Patientenzimmer sind bereits ausgeräumt

Ansonsten ist es ruhig. Der Empfang bleibe bis Ende Februar besetzt, versichert Schües. So lange laufen die Verträge für die beiden externen Ärzte, den Radiologen Prof. Dr. Mayr, und den Onkologen Dr. Hubmann. Hausmeister seien immer wieder da, berichtet Mayr. Und auch ein Sicherheitsdienst. „Wenn ich am Abend heimgehe, melde ich mich beim Sicherheitsdienst ab“, sagt der Radiologe. „Eigentlich könnte ich hier radfahren – es ist kein Mensch da.“

Tatsächlich wirken die Zimmer auf den früher stark frequentierten, hellen Fluren kaum berührt. Der Aufenthaltsraum in der Villa de Osa mit dem schönen Blick auf den See ist immer noch voll möbliert. Ein grüner Punkt klebt auf den Sesseln. Zeichen, dass sie von der Inventur erfasst sind. Die Patientenzimmer sind ausgeräumt und dienen zum Teil als Lagerflächen. Das Mobiliar wird laut Schües zum Großteil weiter verwendet. Die Maschinen kommen an andere Schön-Standorte.

Unklar ist nach wie vor, wie die Zukunft des Areals aussieht. Gespräche mit Interessenten laufen, aber es gibt noch nichts Konkretes.

Rubriklistenbild: © Foto Stefan A. Schuhbauer - v. J

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