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Abschied mit Abstand (v.l.): Tutzings Pfarrerin Beate Frankenberger, Dekan Jörg Hammerbacher, Pfarrerin Dorothee Geißlinger-Henckel und Diakon Manuel Radlhammer.

Verabschiedungsgottesdienst

Nach den Erfahrungen im Kirchenraum geht es in die Schule

Pfarrerin Dorothee Geißlinger-Henckel feierte nun ihren Verabschiedungsgottesdienst. Die gebürtige Nürnbergerin wird nun im Schuldienst tätig.

Tutzing – Der Anblick des mit nur 18 Plätzen besetzten Kirchenraums der evangelischen Christuskirche in Tutzing beim Verabschiedungsgottesdienst für Pfarrerin Dorothee Geißlinger-Henckel war schon ein sehr gewöhnungsbedürftiges Bild. Mesner Frank Andrae hatte dafür zu sorgen, dass die wenigen Ehrengäste, darunter Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Akademiedirektor Udo Hahn mit Kollegin Julia Wunderlich, Dekan Jörg Hammerbacher, Diakon Manuel Radlhammer und die Kirchenvorstände Brigitte Lautenbacher, Christine Thun und Gudrun Willbold sowie Angehörige und Wegbegleiter der Pfarrerin, mit Sicherheitsabstand auf den Kirchenbänken Platz nahmen.

In dem wunderschönen, durch Klarheit bestechendem Kirchenraum tröstete die strahlende Lichtsäule im Altarraum über die schwierigen Bedingungen hinweg. Dort saßen auch die Geistlichen, die Gottes Wort mit Mundschutz verkündeten.

Dorothee Geißlinger-Henckel ging in ihrer Predigt auf das Gleichnis vom Senfkorn ein, das berühre, weil es die Sehnsucht ausdrücke, „dass aus Kleinem Großes wird“. Die Pfarrerin dankte der Kirchengemeinde für „Spaß, Vertrauen und Ideen“, für „Offenheit, Kreativität und Anpacken“, für „Kompetenz, Lust und Ernsthaftigkeit“.

Dekan Hammerbacher würdigte ihre gelungene Seelsorge und die Konfirmations- und Gemeindearbeit. „An guten Begegnungen zeigt sich die Qualität“, sagte er und bedauerte, dass Alltagsseelsorge und Social Distancing nicht zusammen passten. „Christ sein ist eine gemeinsame Erfahrung, Gemeinsamkeit ist für Christen prägend“, sagte er. Schmerzlich war für die Gläubigen auch der Verzicht auf das Handauflegen beim geistlichen Segen, mit dem die Pfarrerin aus dem Tutzinger Pfarrdienst entlassen wurde.

Die gebürtige Nürnbergerin, die in Würzburg aufgewachsen ist, hat in ihrem Beruf schon einige Stationen hinter sich, unter anderem in Luzern, Erlangen, Zürich und Klingenberg. In Tutzing mit seinen 2200 Kirchengliedern hatte sie die Einweihung der renovierten Christuskirche mit gestaltet. „Mit den Konfirmanden habe ich den Raum völlig neu erfahren“, erzählte die Pfarrerin begeistert.

Gerne erinnert sie sich an einen besonderen Kindergottesdienst abends mit Kerzen, an ein gemeinsames Frühstück, die Arbeit mit Jugendlichen, die Zusammenarbeit mit der evangelischen Akademie und den Dialog mit der jüdischen und der islamischen Gemeinde. Dorothee Geißlinger-Henckel bleibt im Dekanat Weilheim und wird nun im Schuldienst tätig sein. „Eine gute Chance“, wie sie findet. 

Astrid Amelungse-Kurth

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