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Fünf fürs Jugendhaus: Die neuen Weßlinger Jugendbeiräte (v.l.) Hannes Reuter, Robert Poestges, Tim Snaj mit den Vorständen Sebastian Grünwald und Claus Angerbauer.

Jugendliche sollen Öffnungszeiten selbst bestimmen

Nach Schließung seit Sommer: Neuanfang im Weßlinger Jugendhaus

  • Peter Schiebel
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Klare Regeln und Selbstverwaltung: Das Weßlinger Jugendhaus ist wieder offen. Doch schon nach wenigen Tagen gab es wieder Beschwerden. Im Gemeinderat gab es dennoch Beifall für die Initiative der jungen Leute.

Oberpfaffenhofen – Es war ruhig geworden um das Weßlinger Jugendhaus. Nach einigen unschönen Vorfällen hatte die Gemeinde die Einrichtung an der Gautinger Straße in Oberpfaffenhofen Anfang Sommer 2019 geschlossen. Nun aber hat das Jugendhaus wieder geöffnet. Und die Vorstände Claus Angerbauer und Sebastian Grünwald sind zuversichtlich, die Einrichtung wieder in ruhiges Fahrwasser zu bekommen.

Mit Tim Snaj, Robert Poestges (beide 16) und Hannes Reuter (18) sind drei junge Leute gefunden, die sich als Beiräte maßgeblich um das Jugendhaus kümmern wollen. „Wir haben uns getroffen und klare Regeln aufgestellt“, sagt Sebastian Grünwald im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. So sollen sich die Jugendlichen zwar selbst verwalten und auch selbst bestimmen, wann sie öffnen wollen, unbegrenzten Zugang zum Jugendhaus bekommen sie aber nicht. „Der Schlüssel liegt bei mir“, sagt Grünwald, der bei der bevorstehenden Kommunalwahl für die Weßlinger Grünen als Bürgermeisterkandidat antritt.

Ein Volljähriger muss immer dabei sein

Nach einem Abend im Jugendhaus sind die Beiräte angehalten, den Schlüssel am nächsten Tag wieder abzugeben. „Es muss aufgeräumt sein“, gibt Grünwald eine weitere Regel vor. Außerdem muss ein Volljähriger zwingend dabei sein. Die Teilnehmer und Gäste müssen sich zudem registrieren lassen. Die Zielgruppe umfasst Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren.

Grünwald spricht von einer „tollen Möglichkeit“, die sich jungen Leuten in Weßling mit der Einrichtung biete. Vor allem die Selbstverwaltung eröffne großartige Möglichkeiten, auch Verantwortung zu lernen. Er selbst habe das als junger Mensch genossen, sagt der 28-Jährige, der auf eine „Jugendhaus-Karriere“ als Teenager zurückblicken kann.

Öffnungstermine werden auf Instagram bekannt gegeben

Dreimal hatte das Jugendhaus unter der Leitung der neuen Beiräte in den vergangenen Wochen bereits offen. Künftige Termine werden über ein Instagram-Konto bekanntgegeben. Einziger Wermutstropfen bislang: Bei einem der drei Abende ist es so laut geworden, dass Anwohner die Polizei gerufen hatten. Grünwalds Mitstreiter Claus Angerbauer hatte deswegen in der jüngsten Sitzung des Weßlinger Gemeinderats um Verständnis für die Situation gebeten.

An dem fraglichen Abend hätten Jugendliche im Hof des Anwesens wohl sehr laut Fußball gespielt, sagte Angerbauer. Diese seien offenbar mit der S-Bahn angereist und den Jugendbeiräten nicht bekannt gewesen. „Die neuen Jugendbeiräte müssen erst lernen, mit solchen Situationen umzugehen“, sagte der SPD-Gemeinderat. „Wir nehmen das ernst.“ Sebastian Grünwald brachte im Anschluss der Sitzung auch Verständnis für die Nachbarn auf. „Die Anwohner sind hervorragend“, sagte er. „Wenn die sagen, es war zu laut, dann glaube ich das.“

Gemeinderat begrüßt Initiative der Jugendlichen

Im Gemeinderat gab es jedenfalls Beifall für die Initiative der jungen Leute, für die Wiederbelebung des Jugendhauses und auch für Claus Angerbauer. „Es ist nicht selbstverständlich, wie er sich kümmert“, sagte Bürgermeister Michael Muther. „Das Jugendhaus ist uns schon schwer abgegangen“, sagte Petra Slawisch (Grüne). Siglinde Wastian (CSU/BG) schlug dennoch einen Ortstermin vor und wollte wissen, ob dort auch Alkohol getrunken werden darf. „Ja, natürlich, wie in einer Gaststätte“, antwortete Angerbauer und verwies auf das Jugendschutzgesetz. Die Abgabe etwa von Bier lasse sich so auch besser kontrollieren. Michael Sturm (FW) legte dennoch einen kleinen Finger in die Wunde. Es könne nicht Aufgabe der Nachbarn sein, für Ruhe zu sorgen, sagte er. „Das ist die Aufgabe der Mannschaft da drin. Im Zweifel müssen sie die Polizei rufen.“

Lesen Sie auch: Probleme rund ums Jugendhaus gibt es schon länger. Auch die Jugendlichen haben schon das Wort ergriffen.

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