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Verwechslung mit Folgen: das Freundschaftsspiel 1982 gegen den ostafrikanischen Meister.

Nachruf auf Hans Ertlmaier

Der kenianische Breitner aus Berg

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Nach langer Krankheit ist MTV-Urgestein Hans Ertlmaier im Alter von 72 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Berg – Hans Ertlmaier war ein MTV-Urgestein. Erst als Spieler für den Berger Sportverein, dann als Abteilungsleiter und zwischendurch auch als Jugendtrainer. Er gehörte dem Verein 60 Jahre lang an und war auch beim vermutlich kuriosesten Spiel der Vereinsgeschichte dabei: als die AH-Mannschaft 1982 in Kenia für den FC Bayern gehalten wurde und vor 12 000 Zuschauern gegen den ostafrikanischen Meister AFC Leopards spielte. Jetzt ist Ertlmaier im Alter von 71 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Ertlmaier war ein Nachkriegskind – und zwar im Wortsinn: Seine Mutter war Schweizerin auf dem Huberhof, sein Vater ein französischer Kriegsgefangener, der auch auf dem Hof arbeitete. „Der Vater hat nach dem Krieg Berg nochmals besucht und lernte dabei seinen Sohn kennen“, berichtet MTV-Chef Andreas Hlavaty. Ertlmaier sei später zu einem Gegenbesuch nach Frankreich gefahren.

Seine Leidenschaft galt dem Fußball. Er baute die Fußballabteilung beim MTV mit auf. Der Sport war ihm wichtig, aber auch der Spaß. Als es um ein Ziel für den Ausflug der Alten Herren ging und der ehemalige Entwickungshelfer und MTV-Trainer Heinz Kroczek Kenia vorschlug, war er dabei und stellte eine Sparbüchse für Spenden zum Vereinsausflug im Vereinsheim auf.

Die MTV-Herren fragten beim Deutschen Fußballbund nach, ob sie nicht ein Freundschaftsspiel in Kenia absolvieren könnten. Dabei kam irgendwie der Wurm rein. Die Kenianer dachten, der MTV Berg aus Bayern sei der FC Bayern, reservierten das Stadion in der Hauptstadt Nairobi und ließen die Leopards, damals ostafrikanischer Meister, auflaufen. „Die haben gemeint, der FC Bayern kommt, und fragten: Where ist Paul Breitner, where ist Rummenigge“, berichtet Ullmann. Das Spiel endete 15:0 und hätte fast noch ein unangenehmes Nachspiel gehabt. „Der DFB war der Auffassung, dass wir falsche Infos runtergeschickt haben“, sagt Ullmann. „Das verlief aber im Sande.“

Ertlmaiers Leben nahm vor 14 Jahren eine dramatische Wendung. Beim Autofahren erlitt er einen Herzinfarkt, er war erst 58 Jahre alt. Der Defibrillator der Helfer funktionierte zunächst nicht, und als er endlich reanimiert worden war, hatte er einen Hirnschaden. Deshalb lebte er die letzten 14 Jahre seines Lebens in einem Pflegeheim in Grafenaschau südlich des Staffelsees. Dort hatten ihn seine Freunde nicht vergessen. „Nach dem Herzinfarkt hat sich sein Freundeskreis der Sache angenommen und dafür gesorgt, dass es dem Hans im Pflegeheim an nichts mangelt“, berichtet Hlavaty. Sie besuchten ihn regelmäßig. Auch Gustl Ullmann war immer wieder unter ihnen. Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung findet am Freitag, 26. Mai, um 14 Uhr in Aufkirchen statt. 

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