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Auftakt zum Naturversuch am Mühltalwehr, der lief sieben Tage im vergangenen November.

Hochwasserschutz

Würm als Seeabfluss ein Schwächling

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Hochwasserereignisse am Starnberger See kann der Mensch nicht beeinflussen – weder vorbeugend noch bei der Beseitigung. Das Wehr beim ehemaligen E-Werk im Mühltal ist ein untaugliches Werkzeug. Das ist das Ergebnis eines siebentägigen Naturversuchs des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim.

Starnberg – Die Klagen der Seeanrainer verklingen seit Jahren nicht, wenn ihnen das Wasser mal wieder bis zu den Knien steht: „Warum unternehmt ihr nichts, dass das Wasser schneller abläuft?“ Oder den Anwohnern erst gar nicht in die Keller schwappt. Adressat dieses Unmuts ist regelmäßig das Wasserwirtschaftsamt. Die Anwohner meinen auch zu wissen, wie man das Übel abschwächen oder ganz beseitigen könne. Im Visier haben sie das Wehr im Mühlthal, das einst für das nicht mehr betriebene Kraftwerk errichtet wurde: Wenn man in Kenntnis eines bevorstehenden Starkregens oder bei eingetretenem Hochwasser im Starnberger See das Wehr komplett öffne, lasse sich der Wasserspiegel gezielt regulieren und Schäden abwenden. Getreu einem physikalischen Gesetz: Wenn ich die Abflussöffnung einer Badewanne aufweite, läuft mehr Wasser in kürzerer Zeit ab.

2011 startete das Wasserwirtschaftsamt einen Naturversuch: Drei Tage lang wurde das Wehr komplett geöffnet, regelmäßig wurde an sechs verschiedenen Messstellen der Pegelstand abgelesen. Ergebnis: Der Wasserspiegel des Starnberger Sees ließ sich davon nicht beeindrucken.

Die Kritiker verstummten nicht. Ihnen war der Versuch zu kurz gewesen – und sie drängten auf eine ausgedehntere Neuauflage. Das Wasserwirtschaftsamt lenkte schließlich ein. Im vorigen November wurde ein neuer Naturversuch gestartet. Dieses Mal über sieben Tage und bei erhöhtem Wasserstand (2011 hatte man bei mittlerem Wasserstand experimentiert). Im Übrigen war die Versuchsanordnung identisch: sechs Messtellen, die alle fünf Minuten abgelesen wurden, drei Werte wurden zu einem 15-Minuten-Mittelwert zusammengefasst.

Die Auswertung legten Amtsleiter Roland Kriegsch und sein zuständigen Abteilungsleiter Markus Brandtner am Freitag im Landratsamt vor. Die Erkenntnis auf einen kurzen Nenner gebracht: Der Langzeitversuch hat den Kurzzeitversuch bestätigt. Kriegsch: „Das Wehrmanagement hat keine Beziehung zum 4,5 Kilometer entfernten Seespiegel.“ Um es noch krasser darzustellen: Schon am Messpunkt nur 200 Meter oberhalb vom Wehr war keine Veränderung des Pegels abzulesen.

Die Folgerung: Die Würm ist ist der einzige, aber kein leistungsfähiger Seeabfluss. Bis zum Würmdurchbruch kurz vor der Brücke bei Leutstellen beträgt das Gefälle nur 14 Zentimeter pro Kilometer. Und die Stauwurzel (der Punkt, wo das fließende Wasser auf das ruhende, weil gestaute Wasser trifft) liegt zu nah am Wehr, um bei dessen Öffnung Wirkung zu erzeugen.

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