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Ohne Linien: Der Kreisel Maxhof bei Starnberg im bisherigen Zustand (Mitte 2013).

Neue Markierungen auf B2

Linien gegen die Verwirrung im Maxhof-Kreisel

Starnberg/Pöcking - Die neue Verkehrsführung am Maxhof-Kreisel erregte die Gemüter, lange bevor die erste Markierung aufgebracht war.  Diese Woche werden die Linien aufgemalt, die der Unfallhäufung ein Ende machen sollen.

Heute und morgen ändert sich im Kreisel Maxhof südlich von Starnberg eine Menge - die Linien für die neue Verkehrsführung werden aufgebracht. Größere Verkehrbehinderungen sind nicht zu erwarten.

Nach fast 30 polizeibekannten und möglicherweise ebenso vielen anderen Unfällen hatten Landkreis und Polizei auf eine Korrektur der bisherigen Verkehrsführung gedrängt. Diese Regelungen beinhalten genau genommen nichts: Es gab bisher keine Markierungen innerhalb des Kreisels, was nach Rechtssprechung in einem zweispurigen Kreisverkehr auch nicht zwingend ist, aber auch keine Hinweise, wie man im Rondell nun genau zu fahren hat. Die Masse der Autofahrer verstand das schnell, einige jedoch kamen und kommen mit den zweispurigen Einfahrten nicht klar. Nach Straßenverkehrsordnung korrekt ist, wegen des Rechtsfahrgebots immer die äußere Spur zu nehmen. Die innere wäre demnach nur zum Überholen. Auch das haben Autofahrer verstanden – überholt wird im Kreisel munter und nicht immer sinnvoll.

Nun soll nun eine Mittelmarkierung den Kreisverkehr auch sichtbar in zwei Spuren teilen. Stephanie Kürmeier-Beyl vom Staatlichen Bauamt hofft, dass das reicht, um Autofahrern eines klar zu machen: Wenn ihr von der inneren auf die äußere Spur wechselt, um aus dem Kreisel zu fahren, habt ihr nie Vorfahrt. Vermutlich wissen jene Autofahrer, die beim Spurwechsel andere schneiden und auch mal rammen, das auch so – sie beachten es nur nicht. Zweite sichtbare Änderung wird die Verlegung der Hauptspur auf der B 2 aus Richtung Pöcking und Starnberg sein. Die Hauptspur der B 2 wird künftig auf die rechte der beiden Einfahrspuren geführt und leitet den Verkehr damit automatisch auf die äußere Spur im Kreisverkehr. Wer über die linke B 2-Spur auf die innere im Kreisel fährt, muss dies bewusst tun. Derzeit muss man die Spur wechseln, um außen im Rondell fahren zu können. Kürmeier-Beyl ist vom Erfolg überzeugt: „Mit der Markierung wird sich das regeln.“

Die neuen Regelungen im Detail haben wir in einer Grafik zusammengefasst.  Zum Vergrößern anklicken.

Viele sehen in einer einspurigen Verkehrsführung den besseren Weg. Das Weilheimer Amt will davon nichts wissen und beruft sich auf zwei ansonsten nicht übermäßig gleichlautende Gutachten. Die Experten waren sich wenigstens in einem Punkt einig: Bei den hochgerechneten Verkehrszahlen im Kreisel mit der Starnberger Westumfahrung und dem B 2-Tunnel geht es nur mit zwei Einfahrtsspuren. Diese Fahrzeugzahlen sind jedoch Zukunftmusik. „Aktuell würde das eventuell sogar funktionieren“, räumt Kürmeier-Beyl ein. Derzeit rollen auch nur 15 000 bis 16 000 Fahrzeuge am Maxhof vorbei – das ist etwas mehr als am Kreisel Hanfelder Straße, der nur einspurig ist und keine Probleme produziert. In elf Jahren, so die Hochrechnung, sieht das anders aus. Dann sollen es fast 25 000 Autos auf der B 2 und 12 700 auf der Staatsstraße Richtung Maisinger Schlucht sein. Zu viel für eine Spur, meinen die Gutachter.

Und warum dann keine Übergangslösung mit einer Spur? Das Staatliche Bauamt will Autofahrern nicht alle paar Monate eine neue Verkehrsführung zumuten. 2014 eine Spur weg, 2015 vielleicht eine Ausfahrt mehr, wenn sich am Pöckinger Gewerbegebiet Schmalzhof etwas tut – und 2017 käme dann die Westumfahrung dazu. „Die Wegnahme einer Spur kommt für uns nicht in Frage“, sagt die Oberbaurätin mit Bestimmtheit.

Zweifel am Sinn haben viele, weil das Grundproblem – von der inneren Spur ausfahrende Fahrzeuge – bestehen bleibt. Der Starnberger Fahrlehrer Thomas Schubert, bekannt durch sein Anleitungsvideo auf der Video-Plattform Youtube, hält von der neuen Regelung hingegen viel. „Nach einer gewissen Zeit wird es besser laufen“, ist er überzeugt. Die Linien im Kreisel seien „sehr wichtig“, und die neue Führung der Einfahrspuren werde das Tempo reduzieren. Das allein bringe schon viel. Wenn die neue Verkehrsführung in Kraft ist, wird er ein neues Video über das Verhalten im Kreisel Maxhof drehen.

Die neue Regelung soll erst einmal getestet werden. Mehrere Monate wohl – außer, es funktioniert überhaupt nicht. Dann gehen dem Staatlichen Bauamt allerdings langsam die Optionen aus. Die Behörde war anfangs sowieso gegen einen Kreisverkehr und wollte eine „Trompete“, einen Knotenpunkt mit Unterführung. Erst der Druck der Gemeinden und ein Sinneswandel beim Freistaat hatten den Kreisel möglich gemacht. Bei einigen, die damals für die Trompete waren, hat man derzeit den Eindruck, sie lächelten breiter als sonst.

In einem Punkt waren sich übrigens alle Beteiligten einig: Dass der Kreisel unbedingt beleuchtet werden muss. Dafür laufen Vorgespräche, schließlich muss der Strom ja irgendwoher kommen. Eine Beleuchtung hätte jenem Autofahrer wohl geholfen, der vor einigen Tagen den Kreisel glatt übersah und geradeaus drüberbretterte. Dabei hatte man schon zusätzliche Warnbaken angebracht. (ike)

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