Mobilfunk in Söcking

Besser am Rand als mittendrin

Söcking - Mit zwei weiteren Mobilfunkstandorten abseits der Wohngebiete soll Söcking von Strahlung durch Sendeanlagen befreit werden. Wie schnell die Pläne umsetzbar sind, muss sich noch erweisen.

Die Söckinger haben gute Chancen, in absehbarer Zeit auch die letzten Mobilfunk-Sendestationen aus den Wohngebieten verbannen zu können. Hans Ulrich vom Münchner Umweltinstitut hat am Donnerstagabend im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität des Stadtrates sein Gutachten zu möglichen neuen Standorten für Sendeanlagen vorgestellt. Sein Fazit: Es gibt zwei akzeptable Standorte, einen im Bereich der Friedhofstraße (U11) nördlich von St. Ulrich und einen südwestlich des ehemaligen BND-Geländes (U08), heute FortSchritt-Kinderhaus, in dessen Nähe schon ein provisorischer Sendemast steht.

Mobilfunkbetreiber sind stets auf der Suche nach mehr und besseren Orten für Sendeanlagen. Die Stadt Starnberg ist laut Bürgermeisterin Eva John auch für die bestmögliche Versorgung der Mobilfunknutzer, will aber auf jeden Fall die von den Anlagen ausgehende Strahlung minimieren. Ein wichtiges Ziel ist außerdem seit langem, Antennen auf privaten Dächern in Wohngebieten durch Standorte außerhalb der bebauten Bereiche abzulösen. Ulrich wies darauf hin, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Strahlung von den Experten nach wie vor nicht ausgeschlossen würden. „Schäden weitestgehend zu vermeiden, ist deshalb der Kernpunkt des Umweltrechts“, so Ulrich. Andererseits wisse man aber auch, dass Versorgungseinschränkungen schwierig durchzusetzen seien.

Im vorliegenden Fall ging es nicht mehr um den Alersberg und die Umgebung. Dort sind Mobilfunkanlagen am neuen Mast angebracht, einige in und an Wohngebieten sind verschwunden. Daher ist das Ziel der Minimierung der Strahlung laut Ulrich erreicht. Vielmehr waren in den vergangenen Jahren sowohl die Telekom als auch Telefonica (E-Plus) auf der Suche nach zusätzlichen oder neuen Standorten. Ulrich hat insgesamt zwölf unter die Lupe genommen, auch unter Gesichtspunkten der Wünsche der Mobilfunkbetreiber, und bestätigte: „Mit dem Alersberg und den neuen Standorten U08 sowie U11 hätte Starnberg ein zukunftsfähiges hohes Qualitätsniveau erreicht.“

Neue Technologien berücksichtigt

Er habe bei seinen Berechnung bereits zukünftige Techniken wie den neuen, noch schnelleren Übertragungsstandard 5G, dessen Einführung hierzulande noch nicht zeitlich festgelegt ist, sowie die Versorgung der künftigen Westumfahrung berücksichtigt. Die Stadt habe jetzt die Chance, immissionsintensive Dachstandorte wegzubekommen. „Das ist nicht selbstverständlich. Da ist Starnberg eine Ausnahme“, so Ulrich.

Er versicherte, dass die Strahlung, die in der Umgebung der neu gefundenen Maststandorte an Gebäuden ankomme (1,4 bis 2,4 V/m), deutlich unter den geltenden Grenzwerten (40 V/m) lägen. Der Ausschuss hat Telekom und Telefonica am Ende einstimmig empfohlen, auf den als mögliche Standorte herausgefundenen Flächen, die der Stadt gehören, die Errichtung neuer Masten zu beantragen, die auch geeignet sein sollten, die Anlagen weiterer Betreiber aufzunehmen.

Mit Telekom und Vodafone soll laut John „ganz dringend“ verhandelt werden, die bisherige Dach-Sendeanlage Riedeselstraße 2 schon vor Ablauf der mit dem Eigentümer geschlossenen Mietverträge aufzulösen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Urteil im Honorarstreit: Starnberg soll Anwalt 188 000 Euro zahlen
Rechtsanwalt Dr. Walter Georg Leisner beriet die Stadt Starnberg 2017 in Sachen Seeanbindung. Das Ende dieser Zusammenarbeit: ein erbitterter Rechtsstreit.
Urteil im Honorarstreit: Starnberg soll Anwalt 188 000 Euro zahlen
Mietvertrag verlängert: Planungssicherheit für die DAV-Sektion Vierseenland
Die DAV-Sektion Vierseenland hatte sich vom Seefelder Gemeinderat einen langfristigen Mietvertrag für die Räumlichkeiten im örtlichen Alten Rathaus gewünscht - und …
Mietvertrag verlängert: Planungssicherheit für die DAV-Sektion Vierseenland
Tempo 30 und die Krux mit dem Gehweg
Für die Gautinger Ortsteile Ober- und Unterbrunn wurde ein neues Verkehrskonzept entwickelt. Einige Dinge sollen sich nun ändern. 
Tempo 30 und die Krux mit dem Gehweg
Rekordjahr für den See-Neptun
Gemeinsames Liedersingen am Lagerfeuer und eine maritim anmutende Version des Nikolauses - damit unterhielten die ehrenamtlichen Helfer der Wasserwacht Pilsensee am …
Rekordjahr für den See-Neptun

Kommentare