Buntes Gebäude im Grünen: Die neue Realschule an der Birkenstraße wird zum neuen Schuljahr eröffnet. Anne Frankes Kritik an dem Gebäude weist Bürgermeisterin Brigitte Servatius entschieden zurück. Foto: svj

Neue Realschule ist "etwas Schönes und Tolles“

Zum kommenden Schuljahr wird die neue Realschule in Gauting eröffnet. Nun kritisierte Anne Franke die Umsetzung des Projekts. Bürgermeisterin Brigitte Servatius will das aber nicht auf sich sitzen lassen.

Irritiert ist Bürgermeisterin und Zweckverbandsvorsitzende Brigitte Servatius über die Kritik von Anne Franke (Grüne) an der neuen Realschule in Gauting. Es sei nicht wahr, dass das Gebäude unter dem Passivhausstandard liege, erklärte die Rathauschefin in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Anders als von Franke im Kreisausschuss behauptet, entspreche die Hülle des Gebäudes diesem Standard und übertreffe sogar die verlangten Werte der Energieeinsparverordnung (EnEv). „Die Schule ist auf dem neuesten Stand“, betonte Servatius. Mit 18 Monaten habe die Bauzeit zwar etwas länger gedauert, als ursprünglich terminiert. Doch seit das Architekturbüro Köhler eingeschaltet sei, „läuft der Laden“.

Es sei schade, dass Franke das Projekt so negativ belegt habe, bedauerte Servatius. Punkt für Punkt widerlegte sie im Gemeinderat die Vorwürfe. Neben der Außenhülle verwies die Bürgermeisterin auch auf Dreifachverglasung und extra Wärmepumpe. Auf ein Hackschnitzel-Heizkraftwerk habe die Zweckverbandsversammlung verzichten müssen - wegen der obligatorischen Vertragslaufzeit von zehn bis 15 Jahren. Zum anderen habe das Problem bestanden, dass sich Nachbarn wegen des Feinstaubs beschwerten. Mit Zustimmung Frankes habe sich die Versammlung für die Wärmepumpe entschieden, kombiniert mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Der Erlös aus dem eingespeisten Strom werde der Schule zur Verfügung gestellt, betonte Servatius. Obendrein erfülle der Zweckverband, der die Schule bauen lässt, die Energieeinsparverordnung 12, „die es noch gar nicht gibt“. Die heute gültige EnEV 9 werde sogar um 40 Prozent überboten.

„Der Mensch lernt mit allen Sinnen“, rechtfertigte Servatius eine weitere Entscheidung des Zweckverbands. Damit die Schüler auch Regen und Bäumerauschen hören und den Duft von Pflanzen riechen können, könnten die Fenster geöffnet werden. Die Kinder müssten nicht im hermetisch abgeriegelten Glashaus mit Wärmerückgewinnung büffeln.

Beim Abschlusskonzert in der alten Realschule sei das Lehrerkollegium niedergeschlagen gewesen, berichtete Servatius. Die ganze Schulfamilie habe sich schon auf den anstehenden Umzug gefreut. Aber nach der Kritik habe man das Gefühl, als gehe bei dem Neubau alles daneben. Derweil „haben wir etwas Schönes und Tolles in Gauting - für unsere Kinder“, betonte Servatius unter Beifallsklopfen der Gemeinderäte.

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