Neue Regeln fürs günstige Eigenheim

Berg - Günstig an Bauland kommen: Das können Einheimische in Berg. Drei Gebiete stehen demnächst zur Vergabe an. Nun hat der Gemeinderat die Richtlinien überarbeitet.

Einheimische bei der Vergabe von Bauland gegenüber Fremden bevorzugen - das ist das Anliegen vieler Gemeinden. Denn die Vergabe vergleichsweise günstiger Grundstücke ist eine wirksame Möglichkeit, Familien zu fördern. Berg hat in naher Zukunft drei Areale mit insgesamt zwölf Parzellen zu vergeben, eines an der Aufkirchner Straße in Berg und zwei in Bachhausen (wir berichteten). Berger können die Grundstücke mit einem 40-prozentigen Abschlag vom Verkehrswert kaufen.

Nun will die Gemeinde die Richtlinien für die Vergabe im Einheimischenmodell erneuern. Zuletzt waren die Kriterien 2005 festgelegt worden. Bewerben kann sich, wer in den vergangenen 30 Jahren mindestens zehn Jahre durchgehend in Berg gewohnt oder gearbeitet hat. Das Einkommen spielt keine Rolle. Bewerber können Punkte sammeln. Je mehr Kinder, desto mehr Punkte gibt es. Auch soziales Engagement zählt. Allerdings, so sagte Geschäftsführer Alexander Reil auf Anfrage von QUH-Gemeinderätin Elke Grundmann, sei ziemlich ausgeschlossen, dass sich jemand aufgrund seines Engagements ins Einheimischenmodell einklagen könne.

Grundmann begrüßte den Vorstoß der Gemeinde ausdrücklich. „Ich kenne viele Familien, die bei uns ein Haus kaufen wollen und gezwungen sind, wegen der Preise nach Wolfratshausen zu gehen.“

Werner Streitberger (SPD) wunderte sich, dass der Passus über den Arbeitsplatz Eingang in die Richtlinien gefunden hat. „Wir wollen auch diese Leute hier halten“, erklärte Monn. „Ich kenne zum Beispiel eine Familie, die sich nur bei uns ehrenamtlich engagiert, deren Kinder alle außerhalb der Gemeinde wohnen.“

Rupert Steigenberger (BG) sah den Passus zum Wohneigentum kritisch. Wer eine Wohnung mit mehr als 60 Quadratmetern besitzt, fällt raus. „Wenn einer ein Haus im Bayerischen Wald erbt, ist das nicht viel wert und er kann es schlecht verkaufen.“ Monn versicherte, dass die Verwaltung nach langer Überlegung entschieden habe, den Passus so zu gestalten. „Wir können ohnehin nicht alle Bedürfnisse befriedigen“, sagte er.

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