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Tritt nicht mehr zur Wahl an: Ingolf Junietz war drei Jahre lang Fußballabteilungsleiter der FT Starnberg 09. foto: aj

Neuer Fußballchef für die FT Starnberg

Starnberg - Die Fußballer der FT Starnberg 09 bekommen einen neuen Abteilungsleiter. Dieter Glavanich soll Ingolf Junietz beerben.

Die Amtszeit von Ingo Junietz als Abteilungsleiter der Freien Turnerschaft Starnberg endet am Donnerstagabend. „Ich werde nicht mehr antreten“, kündigte er völlig überraschend vor der Mitgliederversammlung der Fußballer an, die heute um 20 Uhr an der Ottostraße beginnt. Mit dieser Entscheidung kassiert der Spartenchef seine Kandidatur bei den Neuwahlen, die er Ende November noch selbstbewusst ausgesprochen hatte. Seitdem ist in Junietz’ Privatleben einiges passiert, was den Entschluss rechtfertigt, nach drei aufreibenden und arbeitsreichen Jahren im Amt kürzer zu treten.

Allerdings scheinen in den vergangenen zweieinhalb Monaten die Dinge bei den Freien Turnern auch eine Entwicklung genommen zu haben, die den Prozess der Konsolidierung, der nach dem Neustart des Klubs konsequent gefahren wurde, zumindest in Frage stellen. Der ehemalige Vorsitzende des Gesamtvereins, Roland Sprinkart, der mittlerweile aus beruflichen Gründen nur noch als Stellvertreter fungiert, hatte sich im November noch klar für Junietz ausgesprochen und ihn als „den geeigneten Mann“ bezeichnet. Ein Machtkampf bei den Kickern schien damals in letzter Minute abgewendet, zumal der einzige Herausforderer, Dieter Glavanich, seine Kandidatur kommentarlos zurückzog. Inzwischen hat es sich der selbstständige Graphiker aus Starnberg wieder anders überlegt. Er ist der einzige Bewerber für den Posten des Abteilungsleiters, der sich den FT-Fußballern heute Abend zur Wahl stellt.

Die Begleitumstände dieser Versammlung werfen ein bizarres Licht auf den Kreisklassisten, der in der Tabelle der Gruppe 1 ohne einen einzigen Punkt an letzter Stelle dümpelt. Auf der Homepage des Vereins wird mit keinem Wort auf die Veranstaltung hingewiesen. Auch die Presse hat von seiten des Vereins keine offizielle Mitteilung erhalten. Bei Licht betrachtet wirkt das Ganze nicht wie eine routinemäßige demokratische Entscheidungsfindung, sondern wie ein zweitklassiger Putschversuch. Glavanich, der als Trainer den freien Fall der ersten Mannschaft nicht stoppen konnte, darf sich nun als Abteilungsleiter probieren. Wie schon als Trainer hat er auch da kaum Erfahrung. „Ich werde ihn in angemessener Form unterstützen“, verspricht Junietz, seinem Nachfolger wenigstens in Sachen Passmodalitäten unter die Arme zu greifen.

Ansonsten beginnt eine neue Phase des Experimentierens, die man bei den Freien eigentlich längst hinter sich wähnte. Junietz bleibt den Turnern immerhin als Trainer der A-Jugend erhalten. Als quasi letzte Amtshandlung hatte ihm Sprinkart seinen Vertrag bis Juni 2017 verlängert. Auch Radek Biernat, der während der Winterpause die Nachfolge von Glavanich als Trainer der Herren-Mannschaft angetreten hat, bleibt im Amt. Alles andere wird sich weisen.

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