+
Dr. Isabel Mühlfenzl auf der Baustelle. Der Bahnhof in Hechendorf soll auch ein kulinarischer Treffpunkt werden. 

Hechendorfer Bahnhofsprojekt

Neues Leben im alten Bahnhof

Hechendorf – Bis Dr. Isabel Mühlfenzl und ihre Tochter Caroline ihre Pläne für den alten Bahnhof umgesetzt haben, wartet noch einiges an Arbeit auf sie.

Fast wäre es geplatzt, das Hechendorfer Bahnhofsprojekt von Dr. Isabel Mühlfenzl und ihrer Tochter Caroline. „Plötzlich hieß es, der Strom reicht nicht“, sagt sie. „Da habe ich gedacht: Jetzt langt es aber.“ Diese Hürde hat die hartnäckige Hechendorferin mit Unterstützung der Gemeinde in dieser Woche genommen. Insgesamt ist alles komplizierter als gedacht. Im Wohnzimmer von Isabel Mühlfenzl, Jahrgang 1927, stapeln sich die Pläne. 

Auf dem Boden, auf dem Sofa liegen Ansichten, Skizzen, Aktenordner, Unterlagen. „Sie glauben nicht, an was man alles denken muss bei so einem Projekt“, schnaubt sie. Tochter Caroline ist beruflich stärker eingespannt als erwartet und überall in der Welt unterwegs – nur nicht in Hechendorf. Also stemmt die ehemalige Wirtschaftsjournalistin das Projekt über weite Strecken allein. 

Mühlfenzl: Sache mit dem Strom hat mir fast den Rest gegeben

Wie berichtet, wollen die beiden in dem alten Bahnhof, den sie der Gemeinde im Herbst abgekauft haben, einen italienischen Feinkostmarkt mit Restaurantbetrieb und eine Buchhandlung samt Ticketverkauf etablieren. Alles ist aber gar nicht so einfach: Mit der Bahn streitet Isabel Mühlfenzl seit vier Monaten um zwei kleine Räume, insgesamt etwa zwölf Quadratmeter. Einen nutzt die Bahn für die Technik, „der andere ist zugemüllt“, ärgert sie sich. 

Mittlerweile befassen sich die Anwälte mit der Sache, denn einen der beiden Räume könnte der zukünftige Betreiber des Restaurants auch gut gebrauchen. Aber bei der Bahn ist wie so oft niemand zuständig, „oder aber jeden Tag ein anderer“. Die Sache mit dem Strom allerdings, die habe ihr fast den Rest gegeben, gibt Mühlfenzl offen zu. Denn er reicht nicht für ein Restaurant mit Küche. 

Laut Planung "Renovierungsarbeiten bis 1. August abgeschlossen"

„Eon hat dann gesagt: Klar legen wir eine neue Leitung. Kostet 70 000 Euro.“ Die wollte sie nicht auch noch ausgeben – schließlich liegt das Projekt schon bei 1,3 Millionen Euro. Alle Beteiligten hielten die Luft an. In dieser Woche folgte die Entwarnung. „Bürgermeister Wolfram Gum hat einen Weg gefunden. Das habe ich jetzt offiziell.“ Seefelds Geschäftsstellenleiter Fritz Cording bestätigte, dass die Gemeinde alle Hebel in Bewegung gesetzt habe. 

Nun wird durch eigenen Grund eine Leitung gelegt, und die Gemeinde beteiligt sich an den „überschaubaren Kosten. Wir wollen doch auch, dass da eine wahre Perle entsteht.“ Der Vertrag mit David Hauer, Betreiber des „Va béne-Mercatino“ im Dießener Bahnhof, steht indessen wohl kurz vor der Unterzeichnung. Geplant sind italienische Feinkost, Mittagstisch und am Wochenende auch ein abendlicher Restaurantbetrieb – bei gutem Wetter alles mit Bewirtschaftung der Terasse. „So wie die Planung jetzt aussieht, sind die Renovierungsarbeiten bis 1. August abgeschlossen“, sagt Mühlfenzl. Mit Beginn des Schuljahrs könnten Hauer und sein Team in Hechendorf loslegen: „Also im Moment hab ich ein gutes Gefühl."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Urkunden für die ersten Paten
In der Rosskastanien-Allee vor Grubmühl dankte Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger am Freitag den ersten Gautinger „Baumpaten“ mit Urkunden. Die Freunde des Würmtals …
Urkunden für die ersten Paten
Premiere vor Herrschinger Rathaus
Das ist eine vorweihnachtliche Premiere für Herrsching.
Premiere vor Herrschinger Rathaus
Schüler klaut Wurstsemmeln im Wert von 2,50 Euro
Ein Ladendetektiv hat in Starnberg einen Ladendieb geschnappt. Der Täter ist erst 14 Jahre alt, der Wert seiner Beute betrug 2,50 Euro.
Schüler klaut Wurstsemmeln im Wert von 2,50 Euro
Premiere: Welzmüller gegen Welzmüller
Es ist eine Premiere: Am Samstag treffen die Inninger Brüder Maximilian und Josef Welzmüller im Spiel der 3. Fußball-Bundesliga zwischen dem VfR Aalen und der SpVgg …
Premiere: Welzmüller gegen Welzmüller

Kommentare