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Darum geht’s: das Schild an der Hauptstraße im Gilchinger Ortsteil Argelsried.

Ortsdurchfahrt Argelsried

Neues Schild, neuer Ärger

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Gilching - "Pfui Bürgermeister!": In Gilchings Ortsteil Argelsried sorgt ein direkt an der Hauptstraße angebrachtes Schild für Ärger. Und das nicht zum ersten Mal.

Manchmal muss man in die Offensive gehen, um gehört zu werden. Das glaubt jedenfalls Sven Brunsmann. Der Gilchinger Bürger hatte bereits vor Monaten mit einem Schild für Aufregung gesorgt, das er im Vorgarten seines Reihenhauses direkt an der Ortsdurchfahrt Argelsried platziert hatte. Damals war auf den vier gelb gestrichenen Holzlatten in schwarzer Schrift zu lesen: „Gemeinde, bitte töte unsere Kinder nicht, bitte Ampel!“ Bürgermeister Manfred Walter hatte diese Art der Kommunikation seinerzeit scharf kritisiert und empfand die Wortwahl als „schlechten Stil“.

Nun geht der Streit um das Schild, das für jeden deutlich sichtbar Richtung Straße ausgerichtet ist, in die nächste Runde. Grund: Es gibt eine neue Botschaft, die da lautet: „17 Mio. e für dein Rathaus - 0 e für die Sicherheit unserer Kinder. Pfui Bürgermeister!“

Hausbesitzer Sven Brunsmann erklärt seine Wortwahl so: „Es ist aus unserer Sicht die einzige Möglichkeit, endlich von der Gemeinde gehört zu werden.“ Vor rund einem Jahr sei er mit seiner Familie von Germering nach Gilching gezogen. In seiner alten Gemeinde habe die Kommunikation zwischen Bürgern und Rathaus deutlich besser funktioniert. Walters damalige Begründung, dass es sich bei der betroffenen Strecke um eine Staatsstraße handele und man als Kommune nicht einfach eine Ampel aufstellen könne, will Brunsmann so nicht stehen lassen. „Die Problematik ist mir durchaus bewusst“, so der besorgte Bürger. Das heiße aber noch lange nicht, dass sich Bürgermeister und Verwaltung bei übergeordneten Behörden für die Belange ihrer Bürger nicht stark machen können, so Brunsmann.

Wie Rathauschef Walter gestern erklärte, sei die Thematik mit einer betroffenen Anwohnerin bei der Bürgerversammlung besprochen worden, man habe sich aber nicht einigen können. Das nun aufgestellte Schild wollte Walter nicht kommentieren. Nur soviel: „Das ist eben deren Art der Kommunikation.“

Deutlichere Worte findet Christian Winklmeier: „Pfui Bürgermeister? Pfui liebe Anwohnerin! Sie hat wohl immer noch nicht kapiert, wie man sich einigermaßen sachlich austauscht. Die deutliche Reaktion der Bevölkerung auf diesen unsachlichen und beleidigenden Tonfall bei der letzten Bürgerversammlung sollte ihr eigentlich zu denken geben“, schreibt der SPD-Gemeinderat auf seiner Facebook-Seite. Und weiter heißt es dort: „Normalerweise sollte man so jemanden einfach ignorieren. Der wiederholte Verstoß gegen jeden vernünftigen Umgang miteinander macht mich aber so wütend, dass auch mal eine solche Reaktion her muss.“

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