Entspannte Stimmung beim Neujahrsempfang: (hinten v.l.) Kirchenpfleger Alfons Mühleck, Schwester Ruth Schönenberger, Bürgermeister Rudolf Krug, Pfarrer Peter Brummer und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Waltraud Brod mit den Sternsingern (vorne v.l.) Saskia Michel, Emilie Römhild, Lea Steegmaier und Sophie Winkler. Foto: Andrea Jaksch

Neujahrsempfang der Pfarrgemeinde

„In Tutzing läuft es wunderbar“

Tutzing - Der Neujahrsempfang der katholischen Gemeinde Tutzing ist zunehmen ein Treffpunkt für den ganzen Ort. Das Thema Flüchtlinge spielte heuer ein große Rolle.

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“: Dieses 2600 Jahre alte Wort des Propheten Jesaja ist die Jahreslosung der evangelischen Kirche in Tutzing-Bernried. Die evangelische Pfarrerin Ulrike Wilhelm bezeichnete es beim Neujahrsempfang der katholischen Pfarrgemeinde St. Joseph als „sensationell“, dass der Prophet dies damals „in einer durch und durch patriarchalischen Männergesellschaft“ erklärt habe, in der jeder Mann gesagt habe: „Danke, Gott, dass ich nicht als Frau geboren bin.“ Dann übergab sie dem katholischen Pfarrer Peter Brummer ein Poster mit dieser Losung mit dem Hinweis, in dieser Hinsicht könne das Verständnis auch in der katholischen Kirche noch wachsen. „Ohne Frauen geht es bei uns auch nicht“, erwiderte Pfarrer Peter Brummer. Und dann fügte er hinzu, dass nach der Bundeskanzlerin und der Bundesverteidigungsministerin ja vielleicht auch der nächste Papst weiblich sein könnte.

Dass solche auch durchaus bemerkenswerten Worte möglich waren, kam bei den rund 150 Besuchern gut an. Der Empfang wurde zu einem bunten Überblick über das kirchliche Leben. Die stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Rita Niedermaier illustrierte den abwechslungsreichen Jahresablauf 2015 mit Bildern. Pfarrer Brummer bezog sich auf die Ansprache der Bundeskanzlerin. „Ich denke, wir schaffen es in diesem Komfortwinkel, dem privilegierten Teil der Welt“, sagte er, „aber nur in gutem Miteinander und mit der Hilfe Gottes, alles andere wäre verwegen und überheblich.“ Und zu den Warnungen vor drohenden Gefahren durch den Islamismus: „Ich bin gar nicht so traurig, dass die Moslems uns zwingen, über das Christentum wieder nachzudenken.“

Ein Leitbild der Pfarrei ist eigens angepasst worden, sagte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Waltraud Brod. Man sei der Meinung gewesen, dass dort bestimmte Begriffe wie beispielsweise Respekt oder Wertschätzung vorkommen sollten, erläuterte sie. In diesem Leitbild steht zum Beispiel der Satz: „Gläubigen anderer Religionen begegnen wir mit Toleranz und Respekt und schätzen den Dialog mit ihnen.“ Alles in allem leben zurzeit in Tutzing nach Angaben der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Menschen aus mehr als 100 Nationen.

„In Tutzing läuft es wunderbar“, sagte Bürgermeister Rudolf Krug zu den vielfältigen Kontakten unter Einheimischen und Flüchtlingen. Die beiden Kirchengemeinden und das Rathaus verfolgten in dieser Hinsicht eine gemeinsame Linie: „Wir lassen uns auch bei schwankenden Stimmungen in der Bevölkerung nicht auseinanderdividieren.“ Im ökumenischen Unterstützerkreis für Asylbewerber hat sich die Zahl der Helfer im Jahr 2015 auf 350 Personen versiebenfacht, berichtete dessen Koordinatorin Roswitha Goslich. Die Priorin des Klosters, Schwester Ruth Schönenberger, bezeichnete es auch als erfreulich, dass bei der Hilfe für Flüchtlinge auch ältere Lehrerinnen wieder „aus der Versenkung“ auftauchten.

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