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Nichts zu verschenken

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Herrsching - Die Breitbrunner Bürger wollen Gemeindegrund im Zentrum des Dorfes kaufen, damit er unbebaut bleibt. Die Baulücke ist aber nicht billig.

Die Gemeinde Herrsching hat bekanntlich einige ihrer Grundstücke zum Kauf angeboten - in Widdersberg, in Herrsching und auch in Breitbrunn. In Breitbrunn geht es um ein mehr als 1000 Quadratmeter großes Hanggrundstück direkt neben dem Gasthaus Zum Platzhirsch - eine klassische Baulücke, die freilich zu Baulandpreisen verkauft werden soll.

Willi Meyerhöfer war der Erste, der sich in der Ortsteilversammlung am Donnerstag zu diesem Thema zu Wort meldete: „Für uns Breitbrunner ist es eine kleine grüne Insel, die wir behalten wollen.“ Sein Antrag lautete deshalb, dass die Gemeinde darauf achten sollte, wer das Grundstück kaufe und wie es dann bebaut werde. Ihm sprangen zwei eingesessenen Breitbrunner zur Seite. Hans-Ulrich Greimel brachte seine Sorge um den Erhalt von Biergarten und altem Baumbestand zum Ausdruck, die bei einer Bebauung des Nachbargrundstückes in Gefahr gerieten. „Das wäre ein großer Verlust für Breitbrunn“, warnte der Bauunternehmer. Und mit ihm sorgte sich ein anderer alteingessener Breitbrunner und Fachmann, Tiefbauexperte Hermann Breitenberger. „Es besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft dann schließen müsste“, meinte er und sagte, er habe drei Anlieger parat, die das Grundstück kaufen und in einer Dienstbarkeit festlegen würden, dass es nicht bebaut werden dürfe - auch von späteren Erben nicht. „Das wäre die beste Lösung“, so Breitenberger. Freilich zu einem Preis, „der zu verhandeln sei“. Aber zu verschenken habe die Gemeinde nichts, wandte Bürgermeister Christian Schiller sogleich ein und erklärte, dass der Gemeinde dabei durch die Aufsichtsbehörden die Hände gebunden seien.

Breitenberger aber erinnerte den Gemeindechef daran, dass das Grundstück 1991 als Spielplatz statt für 360 für 250 Mark pro Quadratmeter verkauft worden sei. Da sei es doch angemessen, dem Wunsch der Dorfbewohner entgegenzukommen. Ganz abgesehen von den Eigenleistungen, die die Breitbrunner im Laufe vieler Jahre für ihren Ort erbracht haben. Breitenberger zählte alles zusammen und kam - inklusive diverser Grundüberlassungen - auf eine Summe von 328 000 Euro. „Da könnte die Gemeinde doch auch auf etwas verzichten.“

Schiller blieb dabei: „Es ist und bleibt ein Baugrundstück.“ Es anders zu behandeln, hielt er für schwierig. Der Rathauschef bekam von der Versammlung gleichwohl zwei Anträge an die Hand, die in den nächsten drei Monaten vom Gemeinderat behandelt werden müssen: 1. verantwortungsvoller Umgang mit Verkauf und künftiger Bebauung. Auch beim zweiten Antrag gab es zumindest keine Gegenstimme: an die erwähnten Anlieger verkaufen und nicht bebauen.

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