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Brände sind fast schon die Ausnahme: Auch aufwendige Übungen wie hier auf dem Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen zählen heute zum Alltag der Feuerwehr.

Freiwillige Feuerwehr Oberpfaffenhofen

Weniger Brände, mehr Bürokratie

Die Freiwillige Feuerwehr Oberpfaffenhofen feiert ihren 125. Geburtstag.

Oberpfaffenhofen – Im Gründungsjahr bezog die Freiwillige Feuerwehr Oberpfaffenhofen in der Riedgasse ihr erstes Zuhause – und das war gerade mal so groß wie der Unterstand beim neuen Feuerwehrhaus, unter dem die Kameraden bei schönem Wetter zusammensitzen. Heute bewohnen sie mit der Weßlinger Wehr sozusagen in einer arrangierten Ehe am Weßlinger Kreisel ein modernes Gebäude mit viel Platz.

Begonnen hat alles vor 125 Jahren mit 48 Oberpfaffenhofenern, die sich 1893 zu einer Feuerwehr zusammenschlossen. Brannte es, blies ein Hornist in sein Instrument und die Kirchenglocken läuteten, bis auch der letzte auf dem Feld arbeitende Feuerwehrler den Ruf vernommen hatte. Daraufhin rückten die Löschmänner in Alltagskleidung mit Helm und Gürtel aus, erst 1925 kam die Uniform hinzu. Gelöscht wurde noch per Hand mit der Handdruckspritze, das Wasser pumpten die Männer aus dem See- oder Löschteich. Das Prozedere wurde damals ausschließlich bei Bränden in Gang gesetzt.

„Früher saß man nach dem Einsatz noch zusammen“

Georg Gruber (65) trat den Freiwilligen mit 18 Jahren bei und blieb bis 2016 aktives Mitglied. Höchstens zehn Mal jährlich rückte er in den 1970er Jahren mit dem Opel Blitz aus, heutzutage seien es an die 120 Mal, erzählt der 65-Jährige. Dabei spielt das Feuer fast schon eine nebensächliche Rolle. Die bis zu 1600 ehrenamtlichen Stunden im Jahr erklärt Kommandant Christian Schlosser (39) mit Fehlalarmen der Brandmelder und dem erweiterten Aufgabengebiet: von der Absicherung von Festen bis hin zu Hilfeleistungen bei Unfällen oder Hochwasser.

Entsprechend wurde die Gerätschaft aufgerüstet: Während einst Traktoren oder Pferde die Handdruckspritze zogen, stehen den 70 Wehrleuten heute modernste, auf den Einsatz abgestimmte Fahrzeuge zur Verfügung. Unverändert geblieben sei hingegen die Vorgehensweise, sagt Schlosser: Auch heute noch werde zuerst die Unfallstelle gesichert, dann kümmere man sich um die Opfer. Zuletzt werde aufgeräumt. Dafür ist die Bürokratie im Ehrenamt angekommen. „Früher saß man nach dem Einsatz noch zusammen, heute warten Verwaltungsaufgaben, besonders auf den Kommandanten.“

Gefeiert wird der Geburtstag am Wochenende

Zum Positiven verändert hat sich die Betreuung der Freiwilligen nach besonders belastenden Einsätzen. Gruber: „Früher haben wir miteinander darüber geredet, jetzt hilft ein Kriseninterventionsteam professionell.“ Ebenfalls positiv zu werten sei, dass seit 2000 auch Frauen Teil der Kameradschaft sind. Ein gutes Miteinander erleben auch die 15 Jugendlichen, die wacker für den Ernstfall üben.

Die Unstimmigkeiten zwischen den beiden Feuerwehren unter einem Dach lösten die Freiwilligen, indem sie seit einem guten Jahr die Übungen wieder getrennt abhalten. Ausgerückt wird nach wie vor jedoch gemeinsam. Das Konzept funktioniere, sagt Schlosser. „Bei Einsätzen arbeiten wir gut zusammen.“ Er hoffe freilich, dass mit der Zeit Harmonie einkehre und man endgültig zusammenfinde. Denn wohl fühlten sie sich allemal im neuen Zuhause.

Gefeiert wird der Geburtstag am Wochenende, 22. bis 24. Juni. Am Freitag beginnt das Jubiläumsfest mit einer DJ-Party im Vereinsheim. Am Samstag findet um 11 Uhr ein Tag der Offenen Tür im Feuerwehrhaus statt und um 20.30 Uhr tritt Roland Hefter mit „Des wird scho“ im Zuhause der Wehr auf. Am Sonntag schließt die Feier mit einem Weißwurstfrühstück ab 8 Uhr.

Von Michèle Kirner

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