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Ein Flieger im Kornfeld: An der Tutzinger Straße in Bernried kam die einmotorige Aquila A 210 am Dienstag gegen 18.30 Uhr zum Stehen. Neben der Polizei waren auch die Feuerwehren Bernried und Tutzing sowie das Rote Kreuz im Einsatz.

Notlandung

Pilot war ein 17-jähriger Gilchinger

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Der Pilot der in Bernried notgelandeten Maschine ist ein 17 Jahre junger Bursche aus Gilching, der zur Flugsportgruppe im DLR Oberpfaffenhofen gehört. Von seinem Vorsitzenden bekommt er ein großes Lob für die Aktion. Die Ursache für den Motorausfall ist derweil noch unklar.

Oberpfaffenhofen – Am Tag danach stehen zwei Fragen im Mittelpunkt. Warum ist auf einmal der Motor der zweisitzigen Aquila A210 ausgefallen? Und wie hat dieser Teufelskerl am Steuerknüppel die Notlandung so sauber hingekriegt?

Während Dr. Thomas Strang, 1. Vorstand der Flugsportgruppe im DLR, bei der Suche nach der Ursache selbst noch keine Antwort gefunden hat, ist Punkt zwei für ihn klar: „Bei uns wird niemand zur Prüfung zugelassen, der das nicht 1a kann“, sagt Strang im Gespräch mit dem Starnberger Merkur – und fügt hinzu: „Das hat er super gemacht.“

„Er“ ist der Pilot des einmotorigen Sportflugzeugs mit der Kennung D-ETHG. Nach Angaben der zuständigen Polizeiinspektion Penzberg handelt es sich um einen 17-Jährigen aus Gilching. Er hat erst vor wenigen Wochen seinen Pilotenschein abgeholt, als einer der jüngsten Piloten deutschlandweit. Mindestens 100 Theorie- und mindestens 45 Flugstunden waren Voraussetzung für die erfolgreiche Prüfung.

Am Dienstagabend war der 17-Jährige von Oberpfaffenhofen aus zu einem Rundflug über das Fünfseenland aufgebrochen – mit an Bord ein 35 Jahre alter Bekannter aus Bernried. Als die 2002 gebaute Maschine bereits auf dem Rückweg nach Oberpfaffenhofen war, fiel auf einmal der Motor aus – knapp 25 Kilometer vom Sonderflughafen entfernt. In den folgenden Minuten gelang es dem jungen Mann, das nur rund 500 Kilogramm schwere Leichtflugzeug im Gleitflug auf ein Weizenfeld unmittelbar neben der Tutzinger Straße aufzusetzen. Gegen 18.30 Uhr ging die Mitteilung bei der Polizei ein.

„Wir sind alle heilfroh, dass niemandem etwas passiert ist“, sagt Vorstand Strang. Auch die Schäden an der Maschine halten sich in Grenzen. Für die Beeinträchtigungen am Feld wird die Flugsportgruppe aufkommen. Strang: „Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit.“ Nach einer Nacht unweit der Notlandestelle wurden gestern die Flügel abmontiert, anschließend kam die Aquila auf dem Landweg zurück nach Oberpfaffenhofen. In die Ursachensuche ist nun auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig eingeschaltet.

Dass der 17-Jährige offenbar so perfekt gehandelt hat, führt Strang auf die Ausbildung zurück, in der ein Motorausfall sowohl theoretisch als auch praktisch eine wichtige Rolle spielt. Theoretisch, um mögliche Ursachen und Folgen abschätzen und die richtigen Schlüsse und Handlungen daraus ziehen zu können. Praktisch, indem der Fluglehrer während einer Flugstunde irgendwann den Motor auf Leerlauf schaltet und der Schüler die Situation meistern muss.

Deswegen könne ein Schüler auch nur mit viel Wissen und viel Training den Pilotenschein erlangen. „Ein Pilot muss schnell eine Entscheidung treffen“, sagt Strang. „Wenn er erst lange überlegen muss, schafft er die Notlandung vielleicht nicht mehr.“ Dem 17-Jährigen ist sie gelungen – und das ganz offensichtlich mit Bravour.

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