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Mehr als 54 000 Einsätze fliegt die ADAC-Luftrettung im Jahr.

Flughafen

ADAC liebäugelt mit Oberpfaffenhofen

Die Gerüchte verdichten sich, zuletzt waren sie Thema in der Jahresversammlung des Vereins Fluglärm in Gilching: Der ADAC liebäugelt mit einer Fläche beim Sonderflughafen Oberpfaffenhofen, um dort eventuell ein Schulungszentrum aufzubauen. „Es finden Gespräche statt“, sagte dazu ein Sprecher der ADAC-Luftrettung. „Aber entschieden ist noch nichts.“

Oberpfaffenhofen – Ein Schulungszentrum mit zwei Hallen für Simulatoren, dazu Übernachtungsmöglichkeiten für die Piloten – schon vor einem Jahr kursierte dieses Gerücht. „Tatsächlich machen wir uns Gedanken über die Entwicklung und Zukunft der Luftrettung“, bestätigte der der ADAC-Sprecher auf Nachfrage. Sicher sei bisher jedoch nur, dass es in Oberpfaffenhofen auf gar keinen Fall eine neue Luftrettungsstation geben werde. „Die haben wir beim Klinikum Harlaching, und das bleibt auch so.“

Mit Blick auf Oberpfaffenhofen würden Konzepte geprüft: „Man muss sehen, was umsetzbar wäre.“ Entscheidungen dieser Art treffe keine Person allein, sondern damit seien eine ganze Reihe von Gremien und Verantwortlichen befasst. „Entsprechend kann ich Ihnen auch keinen Zeitrahmen nennen, in dem vielleicht Entscheidungen fallen.“ Mögliche Pläne würden derzeit auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.

Die gemeinnützige ADAC- Luftrettung beschäftigt an die 160 Piloten. Diese rückten mit den insgesamt 50 Hubschraubern im vergangenen Jahr zu 54 356 Einsätzen aus – im Jahr zuvor waren es 54 491 Einsätze gewesen. Die meisten Einsätze, 12 472, fanden in Bayern statt, so der ADAC. Dort befinden sich auch die meisten der insgesamt 36 Stationen der ADAC-Luftrettung. 3,3 Millionen Kilometer legten die Hubschrauber insgesamt zurück. Die durchschnittliche Flugzeit betrug etwa 30 Minuten.

Der ADAC erneuerte 2018 auch seine Flotte: 17 ältere Helikopter wurden durch moderne Hubschrauber ersetzt. Bundesweit arbeiten für die ADAC-Luftrettung, die ein Tochterunternehmen der ADAC-Stiftung ist, mehr als 1000 Personen – darunter neben den etwa 160 Piloten auch um die 230 Notfallsanitäter und rund 580 Notärzte. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten.

Die ADAC-Luftrettung bildet derzeit keine Piloten aus – und sie übernimmt auch keine Kosten oder Vorfinanzierung. Das heißt, die Piloten müssen sich die Ausbildung selbst finanzieren. Sie dauert etwa ein Jahr und kostet etwa 100 000 Euro. „Wir stellen Co-Piloten jedoch erst mit einer Erfahrung von mehr als 500 Stunden Gesamtflugerfahrung auf Hubschrauber ein“, ist auf der Internetseite des ADAC nachzulesen.

Rudolf Ulrich, Vorsitzender des Vereins Fluglärm, hatte bei der Versammlung von einer 1,5 Hektar großen Fläche gesprochen, welche sich die ADAC-Luftrettung für sich habe reservieren lassen – mit 200 Arbeitsplätzen für Mitarbeiter. Zu diesen Zahlen wollte sich der Sprecher nicht weiter äußern. „Wir machen uns Gedanken, wie wir uns aufstellen, das ist kein Geheimnis. Aber es gibt noch keine konkreten Zahlen und Pläne.“

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