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Er kann fast alles: Roboter Justin unterscheidet sogar mit verbundenen 3D-Augen einen Holzstock von einem Metallstab.

Tag der offenen Tür beim DLR

Grüß Gott in der Zukunft

Oberpfaffenhofen - Wenn das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen zum Tag der offenen Tür einlädt, strömen die Menschen in Massen. Am Sonntag wurden wieder rund 16 000 Besucher gezählt.

Justin kann fast alles. Er kann artig grüßen und sich verabschieden, er kann zwei Bauteile passgenau ineinander stecken, er hält sofort an, wenn nur ein Blatt Papier in seinem Weg ist, er kann auch Teile aus Holz und Metall unfallfrei identifizieren, sogar mit verbundenen Augen. Was Justin noch nicht kann: Aufgaben eigenständig erkennen und lösen. Justin war einer der Stars beim Tag der offenen Tür am Sonntag im DLR. Bis der humanoide Roboter allerdings serientauglich ist und als „guter Geist im Haushalt“ (O-Ton Justin) mithilft, einem Facharbeiter zur Hand geht oder auf dem Mars Vorbereitungen trifft für eine bemannte Mission, wird es noch etwas dauern. Die Besucher hat Justin schon gestern überzeugt. „Unglaublich, was heute alles möglich ist“, sagte etwa Holger K. (43) aus Höhenkirchen.

Ein paar Meter weiter hatte Toro seinen Auftritt. Auch er ist ein humanoider Roboter, der mal im Haushalt oder in der Pflege helfen soll. „Er kann sich sogar auf einem Wippbrett ausbalancieren“, erklärt Iris Grixa vom Institut für Robotik und Mechatronik. Auch Toro kann vorsichtig greifen, sich millimetergenau bewegen und er ist zudem extrem sicher. Eine Entwicklung, die auch Bernadette Jung fasziniert. Sie ist seit sechs Jahren für die Kommunikation am DLR-Standort Oberpfaffenhofen zuständig und hat bei den Robotern genauso gestaunt wie die Besucher. Dass jedes Mal so viele Gäste kommen, freut sie, zeige es das große Interesse der Bevölkerung, aber auch die Verbundenheit mit der Region. 1800 Mitarbeiter arbeiten für das DLR, was Oberpfaffenhofen zum größten der 16 Standorte macht.

Die Begeisterung war vor allem am Flugplatz allgegenwärtig, wo die Flugsportgruppe (FSG) fast den ganzen Tag über Rundflüge anbot – vier Segel- und acht Motorflugzeuge waren im Einsatz. Stefanie (42) und Markus Tremmel (44) aus Herrsching wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. „Wir haben das vor vier Jahren schon mal gemacht. Wir haben sogar unser Haus gesehen“, sagte der Sozialversicherungsfachangestellte, ehe die Do 27 abhob. Die Maschine ist 1958 bei Dornier gebaut worden – in Oberpfaffenhofen. Spitzname: Bavarian Air Force One.

Noch weiter hinauf geht es im Raumfahrtkontrollzentrum, von wo aus Kontakt zu Satelliten, zur Raumstation ISS oder auch zum ISS-Labor Columbus gehalten wird. Lange Besucherschlangen gab es hier, ebenso bei den Attraktionen für die Kinder. Sie durften im „School Lab“ alles Mögliche ausprobieren, etwa den Asuronauten bedienen. Der fahrende Miniroboter ist kaum größer als eine Hand und konnte per 3D-Brille und Fernsteuerung über eine Fantasielandschaft gelenkt werden. Apropos Kinder – für sie hatte Gerhard Thiele den vielleicht wichtigsten Ratschlag: Vor allem in Mathematik gut aufpassen, empfahl der 63 Jahre alte Astronaut, der im Jahr 2000 für elf Tage im All war. Dann kann auch im Fünfseenland die nächste Generation an Raumfahrer, Fliegern, Forschern und Roboter-Entwicklern heranwachsen.

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