Ökostrom-Anteil fast verdreifacht

Tutzing - Die Energiewende ist in Tutzing weiter als in den anderen Gemeinden am Starnberger See. Das zumindest legen die Zahlen des Energieberichts nahe, den der Landkreis vor kurzem veröffentlicht hat. Vom Ziel ist die fünftgrößte Kreisgemeinde aber immer noch weit entfernt. Die Daten im Detail.

Gesamtverbrauch

Der Bericht gibt für Tutzing mit seinen 9500 Einwohnern einen Gesamtverbrauch von 281 Millionen Kilowattstunden Energie an, von denen etwa 12,6 Prozent aus regenerativen Quellen stammen. Damit gehört Tutzing zur Spitzengruppe im Landkreis. Beim CO2-Ausstoß liegt die Gemeinde mit 8,3 Kilogramm je Einwohner und Jahr im unteren Drittel – in der Summe pusteten alle Tutzinger also fast 79 000 Tonnen des klimaschädlichen Gases in die Luft. Das entspricht dem Gewicht von 4300 vollbesetzten Linienbussen. Nur Pöcking, Gauting und Gilching haben geringere Werte, was aber vor allem von Art und Umfang des Gewerbes abhängt.

Strom

Der Strom macht in Tutzing 10,5 Prozent des gesamten Verbrauchs aus, was verhältnismäßig wenig ist. Zudem ging der Stromverbrauch in den vergangenen vier Jahren um mehr als sechs Prozent zurück. Gewerbe und private Haushalte verbrauchen je etwa 45 Prozent. Die Stromerzeugung ist für ein Fünftel des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Mit 2988 kWh pro Kopf und Jahr (bezogen auf 2013) hat Tutzing mit Gauting und Wörthsee den geringsten Wert im ganzen Kreis. Ein Tutzinger verbraucht weniger als die Hälfte eines durchschnittlichen Deutschen (7404). Und viel Strom wird in Tutzing selbst auf erneuerbarer Basis produziert: rund zehn Prozent. 146 Fotovoltaikanlagen gibt es laut Bericht in der Gemeinde, zudem zwei Biomasseanlagen. Seit dem Jahr 2010 hat Tutzing seinen Ökostrom-Anteil beinahe verdreifacht – von 3,4 auf 10,0. „Aber natürlich gilt es, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzubringen“, schreiben die Autoren. Das geschieht auch: Die neue Anlage in Traubing wird die Quote weiter erhöhen. Die Ökostrom-Daten sind jedoch nur bedingt verlässlich, da dem Landkreis keine Angaben über Ökostrom-Käufer bei großen Versorgern vorliegen. Heißt: Es ist unbekannt, wie viele Tutzinger für ihren Haushalt beispielsweise reine Wind- oder Wasserkrafttarife abgeschlossen haben.

Wärme

„Das ist erfreulich“, heißt es im Bericht über den 20-Prozent-Anteil der erneuerbaren Quellen an der Wärmeerzeugung. Die vergleichsweise hohe Quote rührt von der Biomasse her. Dadurch steht Tutzing bei fossilen Energieträgern besser da: 30,9 rozent der Wärme werden mit Öl, 45,3 Prozent mit Gas erzeugt. Von 4907 Heizungen in der Gemeinde sind 783 Öl- und 1599 Gas-Anlagen, 90 nutzen Flüssiggas, 121 sind Wärmepumpen und 33 Pellets-Heizungen. Hackschnitzel-Anlagen gibt es sieben, zudem sechs Kohleheizungen. Scheitholz (etwa für Kachelöfen) macht 2268 Heizungen warm. Wärme sorgt für 40,4 Prozent des CO2.

Verkehr

Mit 675 Autos pro 1000 Einwohner rangiert Tutzing kreisweit am Ende der Liste, 36,6 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf den Verkehr. Am CO2-Ausstoß ist der Verkehr mit 38,7 Prozent beteiligt – ein normaler Wert.

Die Zukunft

Tutzing hat mit Bürgersolaranlagen auf seinen Gebäuden, Sanierungen und dem Energiemanagement schon einiges getan. Ein Energiekonzept für Traubing ist in Arbeit, die Straßenbeleuchtung soll auf energiesparende LED umgestellt werden. Zudem will Tutzing Stromtankstellen einrichten.

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