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So schnell lässt sich der Rotzenbichler Xare (Sepp Silberg, Mitte) nicht einschüchtern, weder von Pater Villinger (Christian Dreyer) noch von der Anni (Pauline Mittermayr).

Theatergruppe TSV Perchting

Staubtrockener Wortwitz

Perchting - Ein Geheimtipp sind die Auftritte der Theatergruppe des TSV Perchting schon lange nicht mehr. Auch in diesem Jahr wird man wieder seinem Ruf gerecht.

Mitten im bayerischen Dorf Kloaberg-Schmuggling steht ein altes, kleines Dorfkircherl – und mitten im bayerischen Dorf Perchting steht im Sportheim ein altes, kleines Dorfkircherl. Es ist, als sei das Gemäuer mit dem beschaulichen Friedhof und der Steintreppe schon immer dagewesen. So sieht die jüngste Kulisse der Theatergruppe des TSV Perchting-Hadorf aus, die neben herausragenden Bühnenbildern für brillante Aufführungen bekannt sind. Am Ostersonntag feierte das Ensemble vor ausverkauftem Haus Premiere und wurde für die Inszenierung von „Da blaue Kruag“ mit Applaus überschüttet.

Erstmalig hatte Bernd Habich die Spielleitung übernommen, der gleichzeitig in der Rolle des Friedl Abelasser aufging. „Ich habe größten Respekt vor dieser Doppelbelastung“, lobte ihn Schauspieler Dieter Fischer, der hier 25 Jahre in Folge Regie geführt hatte. Heuer musste er aus beruflichen Gründen aussetzen. Allerdings besuchte er eine Probe. „Da dachte ich: das passt.“ Und was die Zuschauer zu sehen bekamen, war mehr als „passt“.

Verdienter Szenenapplaus

Immer wieder brandete Szenenapplaus auf, Lachsalven folgten auf scheinbar spontan aus der Luft gegriffenem und staubtrocken präsentiertem Wortwitz. In 36 Proben feilten die Laiendarsteller an ihrem Text, studierten Gestik und Positionen ein, bis vom Laien nichts mehr übrig war.

Die drei schadenfreudigen Dorfbewohner Sepp Grundhammer (Luis Sepperl), Bäcker Martl Meindoaga (Rudi Happach) und Friedl Abelasser etwa, die mit geradezu ansteckender Heiterkeit gar nicht mehr aufhören konnten, über den vom Dreschflegel erschlagenen Zagelstecher zu lachen. Neu dabei und doch ein Heimkehrer ist Happach, der schon in der allerersten Vorstellung in Perchting vor 35 Jahren eine Rolle spielte. Dreh- und Angelpunkt des Stückes ist das Kirchlein, welches Architekt Rotzenbichler Xare (Sepp Silberg) mit einem Prunkstück ersetzen möchte. Die Nachricht erreicht die Gemeinde an der Beerdigung und nachdem der „wiehernde Amtsschimmel“ Blasius Berlscheißer die Trauernden mit authentisch gestotterter, langatmiger Aufzählung über den Verstorbenen einschläfert. Man nimmt Peter Küchler den Beamten ab, dessen Leier Pater Villinger rüde mit „Lasset uns Beten“ unterbricht.

Geradezu köstlich stellt Christian Dreyer den Pfarrer nach, der hinter vorgehaltener Hand die eine oder andere finanzielle Transaktion beichtet oder nachts auf der Leiter mit Hammer und Meißel das Gotteshaus retten möchte. Ihm zur Seite steht Kathl Grusch (Waltraud Beigel) und Anni alias Pauline Mittermayr, die als Neuzugang bei den Perchtingern zur Begeisterung des jungen Publikums die Hüllen fallen lässt.

Katharina Ott brilliert als Wirtin Schredl und Edith Rothdauscher fällt besonders für ihr ausdrucksstarkes Minenspiel auf. Als Souffleuse fungiert Marianne Gröger und Helga Erhard (Maske) gibt den Laiendarstellern mit offensichtlicher Liebe zum Detail den letzten Schliff. Für das Bühnenbild zeichnen die Brüder Richard und Franz Gröger verantwortlich. Ist das jüngste Stück der Perchtinger wieder ein Knaller? Unbedingt!

Weitere Aufführungen

im Sportheim Perchting vom 1. bis zum 17. April jeden Freitag und Samstag (jeweils ab 20 Uhr) sowie Sonntag (18 Uhr) als auch Mittwoch 20., Freitag, 22., Samstag, 23., und 29. April, ab 20 Uhr.

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