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Der Laden bleibt im Dorf: Susanne Weber (l.) hat ihren Bankjob an den Nagel gehängt und ist im Perchtinger Dorfladen eingestiegen. Den betreibt derzeit noch Mutter Martha Stürzer.

Perchtinger Treffpunkt

Drei Generationen in einem Dorfladen

Perchting - Während vielerorts alteingesessene Dorfläden schließen, erhält der Perchtinger neuen Schwung. Susanne Weber, die Ur-Enkelin der Geschäftsgründer, steigt in den Betrieb ein und modernisiert den beliebten Gemischtwarenladen.

 „Alles soll geordneter und übersichtlicher sein“, sagt die 25-Jährige. Inzwischen sind Obst-Theke, Regale und Einkaufswagen erneuert, es gibt eine Schreibwaren-Ecke, freie Schaufenster und Angebots-Infos frei Haus. „Die Leute sollen wissen, was es bei uns gibt.“ Und wer kommt, soll das Gesuchte schnell finden: Zusammen mit ihrer Familie hat die junge Frau den Verkaufsraum komplett neu sortiert. Auch Dorfläden müssen ein System haben: „Soßen findet man jetzt bei den Suppen, Kaffee und Kaba neben dem Tee.“ Angst vor der Konkurrenz hat die 25-Jährige nicht. „Wir haben zwar nicht 30 verschiedene Fruchtjoghurts, aber mit unserer Vielfalt kann selbst der Aldi nicht mithalten“, scherzt Susanne Weber.

Das Alltagsgeschäft im Kramerladen ist ihr vertraut. Schon als Kind kassierte sie des Öfteren die Kundschaft ab. Auch beruflich hatte sie die vergangenen zehn Jahre mit Geld zu tun. Dann entschloss sie sich, in den Einzelhandel einzusteigen und hängte ihren Job als Bankangestellte an den Nagel. „Ich möchte näher am Kunden sein und den Familienbetrieb aufrecht erhalten“, sagt Susanne Weber, die sich nun freier und flexibler fühlt.

Der Kramerladen im Herzen des 900-Seelen-Ortes bietet ihr Abwechslung und hat eine Geschichte, die 84 Jahre zurückreicht. Ihre Ur-Großeltern Anna und Johann Knödler feierten 1932 Eröffnung und zogen 1972 in die heutigen Räumlichkeiten. Martha Stürzer, Susanne Webers Mutter, übernahm den Betrieb in den 1990er Jahren und bleibt bis auf weiteres Geschäftsführerin. So besteht das Verkaufsteam aus Tochter, Mutter – und Oma Martha Knödler, die eine Stunde vor Ladenöffnung ab 5.30 Uhr die Brottheke einräumt und alle angelieferten Waren auszeichnet.

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