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Als meditativen Ort sieht Pfarrer Franz von Lüninck den kleinen Vorgarten beim Pfarrbüro St. Sebastian.

Pfarrei St. Sebastian

Auch in den Herzen angekommen

Gilching - Er ist noch kein ganzes Jahr im Amt. Trotzdem ist Pfarrer Franz von Lüninck auch in den Herzen der Gilchinger längst angekommen.

Das Jahr ist noch nicht um. Dennoch ist die katholische Kirchengemeinde St. Sebastian in Gilching ohne Pfarrer Franz von Lüninck gar nicht mehr vorstellbar. „Ich bin angekommen und habe das Gefühl, dass ich auch Willkommen bin“, sagt der Geistliche. Im September vorigen Jahres trat der 52-jährige Pfarrer Franz von Lüninck in der Pfarrei St. Sebastian die Nachfolge von Christoph Lintz an. 

Für viele Gläubige war es schwer vorstellbar, sich schon wieder auf einen neuen Pfarrer einstellen zu müssen. Denn in jüngster Zeit gab es innerhalb kürzester Zeit diverse Wechsel. Christoph Lintz war Nachfolger von Thomas Tauchert, der wiederum hatte Pfarrer Wieland Steinmetz abgelöst, der zum Leidwesen aller nach Bad Wiessee versetzt wurde. Was bei der Ankündigung, es kommt schon wieder ein neuer Pfarrer, niemand zu hoffen wagte, ist eingetreten. „Unser neuer Pfarrer ist einfach ein Pfundskerl“, sagt unter anderem Gottfried Krischke, vormals Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Gilching.

 Ähnlich positiv sieht Franz von Lüninck seinen neuen Wirkungskreis. „Es ist schon so viel passiert und ich bin erstaunt, wie lebendig die Gemeinde Gilching ist und dass sich derart viele Menschen ehrenamtlich engagieren.“ Der Geistliche wurde auch von Anfang an in die Asyl-Problematik mit einbezogen und hilft, wo Hilfe nötig ist. „Ich bin mit dabei, aber für die Flüchtlinge, die schon länger hier sind, ist mein Vorgänger immer noch ihr Papa. In diese Rolle muss ich erst noch hineinwachsen.“ 

Bekanntlich hat sich Pfarrer Christoph Lintz als einer der ersten der Asylbewerber angenommen, ihnen sofort eine Wohnmöglichkeit zur Verfügung gestellt und den Helferkreis Asyl ins Leben gerufen. Mittlerweile agiert der Helferkreis losgelöst von der Kirche und hat einen eigenen Verein gegründet. „Ich finde diese Entwicklung positiv, da der Helferkreis neutral sein sollte und auch Unterstützer braucht, die möglicherweise nichts mit der Kirche zu tun haben wollen.“ 

Was von Lüninck besonders am Herzen liegt, ist die Wohnraumbeschaffung, nicht nur für Flüchtlinge. „Ich denke, dass günstiger Wohnraum für alle Menschen, die sich keine teuren Wohnungen leisten können, viel zum sozialen Frieden beitragen würde.“ Dies war auch mit der Grund für seinen öffentlichen Appell im jüngsten Pfarrbrief: „…ich möchte Sie ermutigen, zu überlegen, ob vielleicht mancher von uns ungenutzte Zimmer im eigenen Haus hat, die durch kleine Umbaumaßnahmen zu eigenen Wohnungen umgestaltet und dann günstig vermietet werden könnten…“, schreibt von Lüninck unter anderem.

 Was den gebürtigen Gautinger so sympathisch macht, ist seine Offenheit allen Menschen gegenüber. Egal, ob die Fußballer ihren Aufstieg feiern, der Bauernverband zum Jahrestreffen einlädt oder das Mutter-Kind-Haus um Hilfe ruft, Pfarrer Franz von Lüninck ist allgegenwärtig. Und was macht der passionierte Bergwanderer, wenn er Kraft tanken muss? „Die Messe ist für mich eine einzige Kraftquelle. Wichtig dabei ist, dass auch die Menschen es so empfinden und dass sie das Gotteshaus anders verlassen, als sie es betreten haben. Ich persönlich spür den Herrgott beim Gottesdienst und hoffe, dass es auch den Gläubigen so geht. Wenn nicht, dann müssen’s halt mit dem Herrgott mal ein ernstes Wort reden.

ph

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