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Symbolbild

Pfarrei Starnberg

Im Sommer kommt ein neuer Stadtpfarrer

Die Kreisstadt bekommt einen neuen Stadtpfarrer. Werner Haas wechselt nach Pfronten. Für ihn übernimmt zum 1. September ein für die Starnberger bekanntes Gesicht: Andreas Jall.

Starnberg – Andreas Jall gibt ganz ehrlich zu: Als er erfuhr, dass er nach Starnberg wechseln soll, „war ich erst einmal in Schockstarre“. Der 40 Jahre alte Priester ist seit sieben Jahren in Westendorf bei Augsburg Pfarrer für 3000 Gläubige. Ab September wird er Stadtpfarrer in Starnberg und löst damit den 51-jährigen Werner Haas ab.

„Wenn ich irgendwo bin, bin ich dort mit dem Herzen“, sagt Jall. Und deshalb hat die Schockstarre auch nicht lange angehalten, sodass er sich mittlerweile auf Starnberg und den See freut. „Ich dachte halt, dass dieses Jahr in Westendorf noch sicher ist. Darum hatte ich einige pastorale Projekte angestoßen“, sagt der Geistliche, der in wenigen Wochen einen Doktortitel führen darf.

„Ich war die vergangenen Jahre schon immer gleichzeitig an mehreren Orten“ – an der Uni in Ausgburg und in vier Dörfern, die er als Seelsorger betreut. Als Teamplayer gelang es ihm, eine ganze Schar von Helfern zu begeistern. Fast 200 Ehrenamtliche und fast 100 Ministranten zählt der 40-Jährige zum Team. „So hat’s funktioniert.“ Die Doktorarbeit hat er abgegeben, was fehlt, ist noch das Rigorosum, die mündliche Prüfung.

„Dass sich nach dem Doktor was ändert, war mir bewusst, aber so schnell, das hat mich überrascht“, gibt Jall ehrlich zu. Er habe seine Planung für dieses Jahr abgeschlossen, hatte Urlaub mit seinen Geschwistern gebucht und steckte gerade in der Vorbereitung einer Pfarreien-Zusammenlegung, als ihn die Bitte erreichte, die Pfarrei zu wechseln. In der Karwoche habe er vom „eindringlichen Wunsch“ von Bischof Konrad Zdarsa erfahren. Er wollte nicht ablehnen und stellte seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Ihm sei auch bewusst, dass viele Menschen in der alten Pfarrei traurig seien, dass er geht. Er ist beliebt und dies nicht nur, weil er seinen „Damen in der Sakristei“ gerade erst eine Kaffeemaschine besorgt hat. Das Bild dazu hat der Pfarrer gut gelaunt ins Internet gestellt.

Auf der anderen Seite liebt der fröhliche Geistliche Herausforderungen. Die Kreisstadt ist dem gebürtigen Augsburger zudem nicht unbekannt. In den Jahren 2005/06 war er Kaplan hier – „der letzte unter Stadtpfarrer Konrad Schreiegg“, sagt er stolz. Und er freut sich, als passionierter Taucher am See joggen zu können und alte Bekannte zu treffen: „Eine ehemalige Ministrantin hat mir schon geschrieben: ,Dann kommst du ja heim‘“, verrät er lachend

Seit elf Jahren leitet Pfarrer Werner Haas die Starnberger Pfarrei mit ihren 8000 Katholiken. Im Alter von damals 41 Jahren hatte er das Amt übernommen, nachdem sich der mittlerweile verstorbene Schreiegg in den Ruhestand zurückgezogen hatte. Haas war damals auf Wunsch von Bischof Walter Mixa gewechselt – von eben jener Gemeinde, die nun mit Westendorf zur Pfarreiengemeinschaft umgewandelt werden soll: Nordendorf. So schließt sich der Kreis.

Haas wechselt mehr oder weniger auf eigenen Wunsch in die Pfarreiengemeinschaft Pfronten/Nesselwang im Ostallgäu. Auch aus familiären Gründen zieht es ihn Richtung Heimat ins Dekanat Lindau. „Die innere Stimme war so, einen Neuanfang zu wagen“, sagt Haas. Und ganz offen spricht er darüber, dass er auch in 20 Jahren in Starnberg wohl nicht mehr Menschen erreichen werde als er es in den vergangenen elf Jahren getan habe. „Ein Neuer dagegen vielleicht schon.“ So sei es ein ganz normaler Prozess zu gehen – nach 2000 Predigten und 500 Gemeindemitgliedern, die er beerdigt habe. Der Wechsel erfolgt im Sommer, die neue Pfarrstelle besetzt Haas zum 1. November.

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