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Phantom verzögert alles

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Andechs - Fragen zum Ausmaß der Molkereierweiterung waren nach dem Streit um den Hundertwasserturm eigentlich beantwortet. Ein Phantomgerüst soll nun auch Hochregallager und Verwaltungsgebäude darstellen.

Auf der Tagesordnung des Gemeinderats Andechs stand am Dienstag eine neuerliche Abwägung aller Bedenken und Einwendungen von Behörden und Öffentlichkeit. Bauamtsleiter Siegfried Wirkner hatte diese in drei Themenbereiche gegliedert. Nach wie vor gibt es Bedenken, was die Höhenentwicklung der künftigen Molkereigebäude, diesmal des Hochregallagers und des Verwaltungsgebäudes betrifft. Deshalb sollerst ein Phantomgerüst aufgestellt werden, bevor weiter darüber diskutiert wird.

Molkerei-Planer Christian Hartl zeigte in seiner kurzen Präsentation auf, dass sich sämtliche Gebäudeoberkanten an der Höhenausprägung der bestehenden Abwassertanks orientieren und diese nicht übersteigen. „Ein Phantomgerüst wird erst dann aufgestellt, wenn es keine Referenzhöhen gibt“, wandte er ein. Der Großteil der Ratsmitglieder sah das anders. „Ich habe vollstes Verständnis für die Bürger, dass sie ein Phantomgerüst wollen, es wird in ihr persönliches Umfeld eingegriffen“, meinte Andreas Schöpf (SPD). Christine Hirschberger (BG) votierte ebenfalls für das Gerüst: „Es ist schwierig, sich das alles einfach so vorzustellen.“ Die in den vergangenen Monaten ausgearbeiteten Modelle des künftigen Molkereigeländes seien ihr zu vage. Walther Galli (Grüne) prophezeihte schließlich, dass ein Phantomgerüst zu Irritationen führe, weil es nie die Realität widerspiegele. Mit sechs Stimmen von Bürgergruppe (BG) und SPD fand sich aber eine Mehrheit gegen den Vorschlag der Verwaltung, ein Phantomgerüst abzulehnen. Nur CSU und Grüne (fünf Stimmen) hielten es für überflüssig.

Molkerei-Chefin Barbara Scheitz, die die Gemeinderatssitzung verfolgte, bat das Gremium daraufhin um eine Sitzungsunterbrechung, um sich mit Architekt Hartl und Molkerei-Jurist Herbert Kaltenecker beraten zu können. Die Aufstellung des Phantomgerüsts bedeutet für die Molkerei nämlich eine weitere Verzögerung, die die gesamte Erweiterung betreffe. Dabei sei der Bau einer Ammoniak-Kälteanlage dringend notwendig. Ohne Planreife gerate auch dieses Projekt ins Stocken. „Sie müssen schon langsam sagen, ob sie die Molkerei überhaupt wollen“, warf Kaltenecker den Räten an den Kopf. An der Entscheidung ließ sich freilich nicht mehr rütteln. Am Freitagnachmittag sollen Ausmaß von Verwaltungsgebäude und Hochregallager nun durch ein Phantomgerüst simuliert werden.

Im Verlauf der Behandlung der übrigen Einwendungen herrschte Einigkeit. So reichten den Räten die Ergebnisse Lärm- und Verkehrsgutachten, in denen sich keine Beeinträchtigungen durch Verwaltungsgebäude, Schaukäserei und dem entsprechenden Verkehrsaufkommen für die Nachbarn ausmachen ließen. Jedoch soll die verkehrliche Situation insbesondere bei den Bauanträgen der auch touristisch genutzten Gebäude nochmals genau überprüft werden.

Alle übrigen Einwendungen können erst in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen, nach Besichtigung des Phantomgerüsts, behandelt werden.

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