Arzneimittel und andere Gesundheitsprodukte, hergestellt on Aenova, auf den Markt gebracht von anderen. Foto: fkn

Global Player von Percha aus gesteuert

Percha - Seit seinem Einzug in Percha zur Jahresmitte hat das Unternehmen Aenova seine Belegschaft dort schon verdreifacht. Nach wie vor treffen ständig neue Mitarbeiter ein.

Sie kommen aus Bad Aibling, Tittmoning, Marburg und vielen anderen Standorten. In der neuen Zentrale im Starnberger Stadtteil Percha hat das Unternehmen Aenova endlich mehr Platz als am früheren Sitz im Gut Kerschlach. Mit 20 Mitarbeitern ging es los, zurzeit sind es schon mehr als 60 Beschäftigte. Mittelfristig sollen um die 120 Mitarbeiter in Percha tätig sein.

„Hier sind wir im Zentrum eines kleinen Produktions-Orbits“, sagt Geschäftsführer Heiner Hoppmann. 15 der weltweit 21 Unternehmensstandorte, so sieht es der Chef, befinden sich rund um die Kreisstadt herum: in Oberbayern und der Schweiz. Starnberg, der Mittelpunkt der Aenova-Welt. Vertreten ist das Unternehmen auch in Rumänien, Irland, in Italien und neuerdings auch zweimal in den USA, neben Miami (Florida) jetzt auch in Greensboro (North Carolina). Ein echter Global Player wird von Starnberg aus gesteuert.

In Europa ist das Unternehmen nach eigener Einschätzung die Nummer 1, weltweit einer der Größten seiner Branche. Aenova ist ein so genannter Lohnhersteller für zahlreiche Pharmaproduzenten und andere Anbieter der Gesundheitswirtschaft. Das bedeutet: Viele Tabletten, Kapseln und andere Medikamente sowie Nahrungsergänzungsmittel werden nicht von den Produzenten angefertigt, deren Markenname draufsteht, sondern von den Neu-Starnbergern. Aenova steht nie auf ihren Erzeugnissen, aber intern gibt es den Spruch: Einmal in der Woche nimmt jeder Europäer ein Produkt von Aenova ein, ohne es zu wissen. In weitestem Sinn also wöchentlich einmal ein Starnberger Produkt, denn in Percha sitzt das zentrale Management, auch wenn anderswo produziert wird.

In den beiden vergangenen Jahren hat sich der Umsatz verdreifacht. Für 2014 werden 730 Millionen Euro angepeilt. Vor zwei Jahren, vor der Übernahme der Firmen Temmler in Marburg und Haupt Pharma in Wolfratshausen, waren es erst 250 Millionen Euro gewesen. Allein durch Haupt sind mehr als 2000 Mitarbeiter dazu gekommen. Mittlerweile werden international etwa 4500 Personen beschäftigt. Weiteres Wachstum zeichnet sich ab, wenn auch wohl nicht mehr so rasant wie zuletzt. Als wesentlich gilt weitere Modernisierung, für die an den diversen Standorten etwa 50 Millionen Euro jährlich investiert werden. Auch einige kleinere Firmenübernahmen werden wohl noch hinzukommen. Die Branche ist im Umbruch, kleinere Anbieter werden von größeren Unternehmen erworben - und Aenova ist dabei, wenn die Karten neu gemischt werden.

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