+
Symbolfoto

Aus dem Gerichtssaal

Reumütiger Volksverhetzer

Pöcking - Pöbeleien auf Facebook bringen einen 45-jährigen Pöckinger vor den Richter

Im Sommer 2015 ließ sich ein Pöckinger Facebook-Nutzer von einer regelrechten Hassspirale erfassen. Zweimal vergriff sich der bereits mehrfach vorbestrafte 45-Jährige gehörig in der Wortwahl, als er feindselige Kommentare über Facebook zum Besten gab. Unlängst musste sich der Mann wegen zweifacher Volksverhetzung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Zu Recht, bekannte der reumütige Pöckinger. Offenherzig stand der Handwerker zu seiner Schuld und erklärte vor dem Richter: „Heute ist es mir unverständlich, dass ich diesen Mist geschrieben habe. Seitdem bin ich nicht mehr auf Facebook. Ich wollte mir diesen ganzen Wahnsinn nicht mehr reinziehen.“

Seinen Unmut erregte sich der Pöckinger Ende Juni vergangenen Jahres zunächst von einem Facebook-Foto, das spärlich bekleidete Homosexuelle auf offener Straße zeigt. Seiner Missbilligung machte der 45-Jährige unter anderem durch Parolen mit nationalsozialistischem Hintergrund Luft. So ließ der Mann via Facebook wissen: „Die hätte ich normalerweise nach Dachau geschickt.“

Strafbar war auch der verbale Fehlgriff, den sich der Pöckinger kurz darauf Anfang Juli 2015 leistete. Hier kommentierte er eine abgebildete Schwimmbadszene mit aggressiv-ausländerfeindlichem Text. Vor Gericht versuchte der Angeklagte gar nicht erst, seine Entgleisungen zu beschönigen. Nur am Rande gewährte der unter anderem wegen Körperverletzung zigfach vorbestrafte fünffache Vater Einblick in seine private Situation: „Ich war eine Zeit lang in der Trinker- und Obdachlosenszene unterwegs.“ Allerdings verfügt er selbst über einen festen Wohnsitz.

Seine Reue und Ehrlichkeit halfen ihm am Ende vor Gericht. Trotz des dicht gespickten Bundeszentralregisters ließ Richterin Christine Conrad wissen: „Es ist gut, dass Sie sich jetzt von Facebook fernhalten. Das war eine Art Hassspirale, in der Sie drin waren.“

Seine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 20 Euro akzeptierte der 45-Jährige ohne Murren. Das Urteil ist somit rechtskräftig.  nh

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Neue Vorschriften: Tutzinger Händlerin gibt auf
Tutzing – „Das war der Zünder für das Pulverfass“, sagt Ulrike Stadler. In ihrem Handarbeitsgeschäft an der Hallberger Allee in Tutzing müsse sie rund 3000 Euro in eine …
Neue Vorschriften: Tutzinger Händlerin gibt auf
Merkur-Fans von Andechs bis Australien
Landkreis – Die magische Grenze von 3000 Fans des Starnberger Merkur im sozialen Netzwerk Facebook ist geknackt. Mit Annette von Nordeck aus Pöcking klickte am Dienstag …
Merkur-Fans von Andechs bis Australien
Hanfelder Straße: John stellt am 23. Januar ihr Konzept vor
Starnberg – Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur hatte sie es bereits angekündigt, jetzt steht der Termin fest: Bürgermeisterin Eva John lädt Anlieger und …
Hanfelder Straße: John stellt am 23. Januar ihr Konzept vor
Undosa wird ein Fall fürs OLG
Starnberg – Ursprünglich hätte das Undosa am Donnerstag vergangener Woche wieder die Gerichte beschäftigen sollen. Hätte – denn der zuständige Richter am Landgericht …
Undosa wird ein Fall fürs OLG

Kommentare