Das Fitnessstudio bleibt leer: Anna Klinke hat laufende Kosten von 500 000 Euro im Monat. Bisher hat sie aber nur 50 000 Euro bekommen.
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Ihre Fitnessstudios sind leer: Wegen der finanziellen Situation hat Anna Klinke, Geschäftsführerin von „Hardy’s Freizeit Sport & Event GmbH“, die Pöckinger Pläne beerdigt.

Investor hat Areal weiterverkauft

Aus für Fitness-Oase und Hotel bei Starnberg: Nachfolger mit „interessantem Projekt“

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Keine Fitness-Oase und kein Hotel für Geschäftsleute wird es im Pöckinger Gewerbegebiet am Schmalzhof geben. Die Investoren haben das Gelände weiterverkauft. Der Nachfolger plane ein „interessantes Projekt“, sagen sie.

Pöcking – Aus einem geplanten Großprojekt im neuen Gewerbegebiet am Schmalzhof in Pöcking wird nichts. Dort wollte „Hardy’s Freizeit Sport & Event GmbH“ aus Greifenberg eine Fitness-Oase und ein Hotel für Geschäftsleute mit 75 Zimmern bauen. Schwimmbäder und eine Wellness-Landschaft mit Physio- und Kosmetikbereich sollten entstehen. Doch nun hat das Unternehmen das 8500-Quadratmeter-Grundstück weiterverkauft – wegen Corona und seinen Folgen, wie Hardy’s-Geschäftsführerin Anna Klinke dem Starnberger Merkur sagt: „Wir haben über den Sommer entschieden, dass das Projekt zu risikoreich und zu teuer ist. Es ist einfach die falsche Zeit dafür.“

Einen neuen Besitzer, „der dort seine Träume verwirklichen kann“, hat die Firma laut Facebook-Post gefunden. Nennen will ihn Klinke auch nach Rücksprache noch nicht. Sie spricht nur von einem „interessanten Projekt“. Ob der Nachfolger ähnliche Pläne wie jene von Hardy’s verfolge? „Nein, es wird etwas anderes“, sagt Klinke. Das Vorkaufsrecht für die Fläche hat die Gemeinde Pöcking, das ist in einer Satzung geregelt. Deshalb müsste im Rathaus laut Bürgermeister Rainer Schnitzler eine Vorkaufsanfrage eingehen. „Ich habe noch nichts Offizielles vom Notar gekriegt“, sagt er auf Nachfrage.

Fitnessstudio-Betreiber wie Hardy’s trifft die Krise besonders hart

Dass es mit der Umsetzung der ambitionierten Pläne in diesen Zeiten schwierig werden dürfte, hatte sich schon Mitte 2020 abgezeichnet. Das Vorhaben lag schon damals auf Eis. Denn Fitnessstudio-Betreibern wie Hardy’s trifft die Krise besonders hart. Geschäftsführerin Klinke kann anschaulich erklären, warum: Ein mittelgroßes Studio rechne mit 50 Kündigungen im Monat, die Fluktuation ist hoch, manche trainieren zum Beispiel nur drei Monate, um nach einer Knieverletzung wieder Kraft aufzubauen. „Im Normalfall kommen bei uns aber 55 neue Kunden dazu“, sagt Klinke. Wenn es aber wegen des Lockdowns 0 sind, lässt sich das schwer wieder aufholen. „Ein Monat Schließung kostet uns zehn Monate.“ Es könne also fünf Jahre dauern, bis man die alte Kundenzahl wieder aufgebaut hat. Die Geschäftsführerin bringt einen Vergleich: Wenn Restaurants wieder aufmachen dürfen, könnten sie sofort (im Rahmen der Corona-Auflagen) wieder guten Umsatz machen. „Wir aber nicht.“

Hardy’s betreibt in Landsberg, Fürstenfeldbruck, Augsburg und Kaufering Fitnessstudios und „Beautylounges“. Bei Facebook kündigt die Firma an: „Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben. Wir sind uns sicher, dass auch in Zukunft eine Möglichkeit für uns besteht, in Starnberg Fuß zu fassen.“ Man verfolge es weiterhin aufmerksam, wenn Grundstücke in und rund um die Stadt frei werden. Eins zu eins ließen sich die Pöckinger Pläne sicher nicht mehr umsetzen. „Aber Teile davon können wir benutzen“, sagt Klinke.  gma

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