Fühlen sich wohl im neuen Büro: die Firmenchefs Volker Fiedler (r.) und Ludwig Gansneder sowie dessen Frau Liliana.
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Fühlen sich wohl im neuen Büro: die Firmenchefs Volker Fiedler (r.) und Ludwig Gansneder sowie dessen Frau Liliana.

Umgesiedelt ins Gewerbegebiet

Zimmerei Gansneder in Pöcking: Aus zwei Standorten wird eine Einheit

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Gearbeitet wird bei der Zimmerei Gansneder schon seit Beginn des Jahres im neuen Pöckinger Gewerbegebiet am Schmalzhof. Nun haben die Geschäftsführer Ludwig Gansneder und Volker Fiedler auch ihr Büro umgesiedelt.

Pöcking – Jeder, der schon einmal umgezogen ist, kennt das Phänomen: Um die Lampen wird sich ganz am Schluss gekümmert. So verwundert es auch nicht, dass in den nigelnagelneuen Büroräumen der Zimmerei Gansneder noch das eine oder andere lose Kabel von der Decke hängt. „Da müssen wir uns noch was einfallen lassen“, sagt Ludwig Gansneder, 54, und lacht. Der Pöckinger ist mit seinem Betrieb umgesiedelt. Raus aus der Ortsmitte, rein ins neue Gewerbegebiet am Schmalzhof. In der Halle wird dort schon seit Anfang des Jahres gearbeitet. Seit knapp zwei Wochen steht nun auch das Büro.

„Wir fühlen uns sehr wohl hier“, betont Gansneder, während er auf die aus Holz gebauten und lichtdurchfluteten Räume blickt. Neben ihm stehen seine Frau Liliana, die sich um die Anrufe der Kunden kümmert, und Volker Fiedler, der seit 2019 gemeinsam mit Gansneder die Firma leitet. Beide nicken zustimmend. „Es ist noch mal ein ganz anderes arbeiten hier“, unterstreicht Fiedler. Bisher war die Firma auf zwei Standorte aufgeteilt. Das Hauptgebäude in Pöcking sowie eine kleine Filiale in Maising. „Wenn ich alleine an das ständige hin- und herfahren denke“, sagt Gansneder. „Da ist soviel Zeit draufgegangen.“ Nun ist alles an einem Ort gebündelt. Der Betrieb zu einer Einheit verschmolzen.

Zimmerei Gansneder in Pöcking: Deutlich mehr Platz als vorher

Ein weiterer immenser Vorteil: Die Firma hat deutlich mehr Platz. Als „locker dreimal so groß“ wie zuvor erachtet Gansneder allein Werkstatt und Lagerhalle. Ganze Wandelemente für Massivholzhäuser können dort nun problemlos von den 22 Mitarbeitern gefertigt und abtransportiert werden. Tieflader und Stapler rangieren, ohne sich in die Quere zu kommen. Auch die Materialplanung gestaltet sich merklich einfacher. „Früher haben wir bei jeder Latte überlegt, ob wir sie jetzt bestellen oder doch erst nächste Woche“, sagt Gansneder. Schließlich musste das Holz mangels Platz draußen gelagert und entsprechend abgedeckt werden. Jetzt stapelt es Gansneder einfach in seiner neuen Halle. „Ganz ohne Stress.“

Nachhaltiger Bau: Ihren Strom bezieht die Firma von einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Geheizt wird mit einem Fernwärmesystem.

Welche Möglichkeiten dies alles bietet, hat sich bereits bei einem Auftrag in direkter Nachbarschaft gezeigt. Für den Neubau des Pöckinger Arzneimittelherstellers Mauermann, der einen Steinwurf entfernt ebenfalls an den Schmalzhof umsiedeln möchte, haben Gansneder und Fiedler den Dachstuhl gefertigt. „Ein Riesen-Teil“, sagt Gansneder. Allein die vier Tonnen schweren Stahlträger wären ohne den neuen Hallenkran nicht zu händeln gewesen. Fiedler stellt klar: „So einen Auftrag hätten wir früher definitiv ablehnen müssen.“

Zimmerei Gansneder will weiterhin für alle Belange zur Verfügung stehen

Für die beiden Geschäftsführer bedeutet dies jedoch nicht, dass sie künftig nur noch für die großen Anfragen zur Verfügung stehen. „Auf gar keinen Fall“, betont Gansneder, dessen Vater Anton die Firma 1976 gegründet hatte. „Uns ist es sehr wichtig, dass wir auch weiterhin für alle da sind, die uns brauchen.“ So wird sich der Betrieb auch in Zukunft um einzelne Dachfenster oder Gartentüren kümmern. „Nur weil wir groß gebaut haben, soll keiner denken, dass wir jetzt abheben.“

Platz ohne Ende: Die neue Halle bietet dem Zimmerei-Betrieb gänzlich neue Möglichkeiten. Da kann auch der Elektrostapler ohne Probleme rangieren.

Einen hohen Stellenwert nimmt in der Pöckinger Zimmerei auch die Ausbildung junger Nachwuchshandwerker ein. So hat der Betrieb die Zahl seiner Lehrlinge seit dem Umzug ins Gewerbegebiet von sechs auf neun erweitert. Pro Lehrjahr entspricht das aktuell drei Auszubildenden – „die Besten davon wollen wir auch später im Betrieb halten“, sagt Gansneder. Das neue Gebäude hält Fiedler dabei für ein starkes Argument. Er betont: „Wir können den Jungen jetzt richtig etwas bieten.“

Ein anderes Großprojekt am Schmalzhof ist wie berichtet gescheitert. „Hardy’s Freizeit Sport & Event GmbH“ aus Greifenberg wollte eine Fitness-Oase und ein Hotel für Geschäftsleute mit 75 Zimmern bauen. Das Unternehmen hat das 8500-Quadratmeter-Grundstück Anfang des Jahres weiterverkauft. Der Nachfolger, der laut „Hardy’s“ ein „interessantes Projekt“ verfolgt, ist mit seinem Plänen aber noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen.

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