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Dutzende Retter von DLRG, BRK und Polizei waren vergangene Nacht auf dem Starnberger See im Einsatz und suchten eine vermisste Person.

Am Starnberger See

Bei Eiseskälte: Retter suchen stundenlang nach angeblich Vermisstem

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Nachdem ein Zeuge in der Nacht zum Montag angeblich Hilferufe vom See gehört hat, startet ein Großeinsatz der Rettungskräfte.

Possenhofen - Ein Spaziergänger hatte am Sonntag gegen 22.45 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem er vom Steg 1 bei Possenhofen aus angeblich Hilfeschreie gehört hatte. Der Mann meinte auch, eine Person mehrere hundert Meter vom Ufer entfernt im Wasser treibend gesehen zu haben.

Umgehend wurde ein Großeinsatz der Rettungskräfte gestartet. Neben der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Wasserrettung der DLRG Wasserrettung Pöcking-Starnberg waren auch die DLRG-Rettungshundestaffel Starnberg,  die  Wasserwachten Feldafing, Starnberg, Tutzing und Ammerland sowie die Polizei, ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera sowie der Landrettungsdienst im Einsatz, berichtet Walter Kohlenz von der DLRG im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Mehrere Stunden lang wurden der See und das Ufer intensiv abgesucht - ergebnislos. „Wir haben auch weder Kleidung noch ein Surfboard oder ähnliches am Ufer gefunden“, so die Polizeiinspektion Starnberg am Montagvormittag.

Die Einsatzleitung hatte Robert Lettenbauer von der BRK-Wasserwacht in Tutzing. Er meinte gegenüber dem Starnberger Merkur: „Das Überleben bei aktuell maximal vier Grad Wassertemperatur ist eine Zeitfrage. Wir hatten vom Notruf zur aktuellen Einsatzzeit bereits eine Stunde überschritten. Wenn jemand im Wasser ist, müssen wir davon ausgehen, dass er zwischenzeitlich nicht mehr am Leben ist. Auch vom Polzeihubschrauber aus  konnte weder ein Boot oder eine Person im Wasser oder knapp unter der Wasseroberfläche entdeckt werden.

Nach einer Stunde keine Überlebenschance mehr

Da die Suchzeit schon weit über eine mögliche Überlebenszeit der vermissten Person hinaus ging, wurde um 23.46 Uhr die Suche ergebnislos abgebrochen. Robert Lettenbauer: „Wir tragen im Einsatzführungsdienst nicht nur die Verantwortung gegenüber dem Patienten sondern auch gegenüber den Einsatzkräften. Hier sind die Wetterbedingungen und Temperaturen eine Gefährdung, die besonders berücksichtigt werden muss“.

Eine Darstellung, die auch Walter Kohlenz von der DLRG unterstreicht: „Es war eiskalt. Wir hatten Temperaturen um den Gefrierpunkt. Insbesondere in den Booten direkt auf dem See war es kaum auszuhalten.“ Beim DLRG-Bootshaus in Possenhofen konnten sich die Rettungskräfte mit einem Becher heißem Kinderpunsch aufwärmen, bevor es zurück nach Hause ging, um doch noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Auch am Montagmorgen konnten keinerlei Spuren der eventuell verunglückten Person entdeckt werden. 

Nächtlicher Einsatz am Starnberger See: Retter suchen Vermissten - Fotos

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