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Eindrucksvoll, was Dirigentin Bärbel Mörtl aus ihrem Ensemble herausholte.

Frühjahrskonzert

Beeindruckend symphonisch

Pöcking - Drei Stunden, die vergehen wie im Fluge. So etwas muss eine Blaskapelle bei ihren Konzertbesuchern vollbringen können. Die Pöckinger können dies - und das gleich zweimal.

Zum Frühlingskonzert der Pöckinger Blaskapelle war „The Olympic Spirit“ Programm: Die Olympia-Melodie von 1988 stand nicht nur für den agilen Trommlerzug und die lebendigen Bläser. Der olympische Geist stand auch für den Einsatz der Musiker, die ihr dreistündiges Frühlingskonzert nach kurzer Rast ein weiteres Mal am Sonntag spielten.

Voll besetzt war die Turnhalle schon am Samstagabend, und neben der kompletten politischen Spitze der Heimatgemeinde ließen sich auch viele Feldafinger sehen, schließlich wird in der Blasmusik gern eine Pöckinger Spitze Richtung Nachbargemeinde gefeuert. Kurios hierbei, dass dem waschechten Feldafinger Bayern-Prinzen ausgerechnet der Marsch „Preußens Gloria“ geblasen wurde – doch Christoph von Bayern lächelte trotzdem. Dies sogar genießerisch, denn neben der berühmt-berüchtigten Zackigkeit des Marsches gebot Dirigentin Bärbel Mörtl derart lyrische Choralzwischenspiele, dass es einige Takte lang richtig innig wurde – umso mehr wirkten dann die behänden Rückgriffe ins Forte. Man muss dem Marsch in einer solch guten Interpretation einfach eine eigene Art Magie zugestehen.

Solche magischen Momente gab es viele, ob beim leichten Walzerausklang der „Traumideale“ von Julius Fucik oder beim schmelzigen Sahnemusik-Potpourri des Schmachtkomponisten Neil Diamond. Die Reduktion aufs Instrumentale legte stilsicher die eigentlichen Melodie-Strukturen frei, und die nahmen bei „Sweet Caroline“ sogar Tanzorchester-Fahrt auf. Weniger eindrucksvoll das James Last-Medley, das – vor allem wegen eines zu viele Instrumente fordernden Arrangements – nicht recht packen wollte.

Besonders gewürdigt und stark einbezogen wurde beim gedoppelten Frühlingskonzert der Trommlerzug, der heuer sein 40. Jubiläum begeht. Kapellvorstand Martin Engesser zollte Chef-Tambour Helmut Hirn sowie Josef „Charlie“ Wiesenmayer und Peter Mallmann Respekt: Sie sind seit 1976 dabei.

Stets begeisterten die rund 50 Blasmusiker durch große Exaktheit und durch ein Höchstmaß an Differenzierung. Es wurde nicht auf Wucht hin gespielt, sondern oft auf eine symphonische Wirkung gezielt. Dadurch gelangen auch komplex wechselnde Stimmungen wie die Tondichtung „Oregon“, die von ruhigen Naturbildern über wild flackernde Überfall-Rhythmik bis zu Anklängen an frühere US-Unterhaltungsmusik reichte.

Wahrlich genussreich zuletzt die Hommage an Peter Maffay, dessen sachte umgesetzter Tabaluga-Song „Ich wollte nie erwachsen sein…“ glattweg zum Auftakt einer CD mit „Kuschelblasmusik“ werden könnte.

Gefühle zeigten sie wirklich, die Pöckinger Musiker – auch für den nach drei Stunden noch immer spritzigen Wechsel zum „Radetzkymarsch“. Der Beifall war stürmisch, denn das Musik-Menü bot Abwechslung pur – von temporeich in helle Weiten gestaffelten Bläsern (herrlich der Konzertmarsch „Abel Tasman“) bis zu transparent-feinen Passagen, in denen Metallxylophon oder Tamburin durchhörbar wurden.

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